Biografie : Gottfried Keller - Ein Mann mit vielen Facetten
Gottfried Keller, der Schweizer Schriftsteller und spätere Politiker, begann seine künstlerische Laufbahn als Landschaftsmaler. Nach ersten lyrischen Versuchen gilt er heute als Meister der Novelle.
Gottfried Keller wurde am 19. Juli 1819 in Zürich geboren. Er war der Sohn des Drechslermeisters Rudolf Keller und seiner Ehefrau Elisabeth. Schon als Schüler begeistert sich Gottfried für Malerei und schreibt kleine Theaterstücke. Mit 15 Jahren wurde er, nachdem er mit anderen Schülern an einem Aufmarsch teilgenommen hatte, der Schule verwiesen. Fortan schlug er sich als Landschaftsmaler durch und widmete sich dem Werk Goethes und Jean Pauls. Dank einer kleinen Erbschaft konnte er sich an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste in München weiterbilden. Zurück in der Schweiz widmete sich Keller zunehmend der Schriftstellerei und der Politik.
Fruchtbare Berliner Zeit
Während eines mehrjährigen Aufenthalts in Berlin entstand der erste Teil seines berühmten Novellenzyklus' "Die Leute von Seldwyla", der auch die Erzählung "Romeo und Julia auf dem Dorfe" enthält und im Jahr 1856 erschien. In den Berliner Jahren schrieb Gottfried Keller auch die erste Fassung seines Romans "Der grüne Heinrich". "Der Grüne Heinrich" gilt unter den Bildungsromanen des 19. Jahrhunderts als einer der bedeutendsten. Angeregt durch seine eigene Biografie erzählt Keller darin die Geschichte eines jungen Mannes, der am Versuch, sich selbst zu verwirklichen, scheitert.
Finanziell sorgenfreies Leben
Im Jahr 1861 wurde Gottfried Keller Staatsschreiber des Kantons Zürich. Das gut dotierte Amt entledigte ihn endgültig seiner finanziellen Sorgen, schränkte aber auch die Zeit für sein schriftstellerisches Schaffen ein. Dennoch entstanden bis zum Tod Gottfried Kellers am 15. Juli 1890 zahlreiche literarische Werke, zum Beispiel die Novelle "Kleider machen Leute", die im zweiten Band seines Novellenzyklus "Die Leute von Seldwyla" veröffentlicht wurde.
Werke:
• 1846: Gedichte
• 1851: Neuere Gedichte
• 1853–55: Der grüne Heinrich, Erstfassung des Romans
• 1856: Die Leute von Seldwyla, Novellenzyklus Teil I (Pankraz, der Schmoller | Romeo und Julia auf dem Dorfe | Frau Regel Amrain und ihr Jüngster | Die drei gerechten Kammmacher | Spiegel, das Kätzchen)
• 1872: Sieben Legenden, Novellenzyklus
• 1873–74: Die Leute von Seldwyla, Novellenzyklus Teil II (Kleider machen Leute | Der Schmied seines Glückes | Die mißbrauchten Liebesbriefe | Dietegen | Das verlorene Lachen)
• 1877: Züricher Novellen (Hadlaub | Der Narr auf Manegg | Der Landvogt von Greifensee | Das Fähnlein der sieben Aufrechten | Ursula)
• 1879–80: Der grüne Heinrich, endgültige Fassung des Romans
• 1881: Das Sinngedicht, Novellenzyklus (Von einer törichten Jungfrau | Regine | Die arme Baronin | Die Geisterseher | Don Correa | Die Berlocken)
• 1883: Gesammelte Gedichte
• 1886: Martin Salander, Roman
• 1889: Gesammelte Werke in zehn Bänden
