Die Spur der Ahnen | 23.11.2016 Wie ein SS-Mann den Holocaust verhindern wollte

August 1942, in Europa tobt der zweite Weltkrieg - ein halbes Jahr zuvor haben die Nationalsozialisten die "Endlösung der Judenfrage" beschlossen: den industriellen Völkermord.

Göran von Otter
Bildrechte: Filmkreatörerna

Im Zug nach Berlin trifft der schwedische Diplomat Göran von Otter auf den deutschen SS-Mann Kurt Gerstein. Der SS-Offizier erkennt seine einmalige Chance: der schwedische Diplomat kann ihm helfen, das millionenfache Morden zu stoppen. Kurt Gerstein wird in dieser Nacht zum wichtigsten Whistleblower des Holocaust.

Die unglaubliche Geschichte eines SS-Mannes

Dokument zu Kurt Gerstein
Dokument zu Kurt Gerstein Bildrechte: Landeskirchliches Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen

Keiner der beiden Männer hat einen Sitzplatz, stundenlang sitzen sie nebeneinander auf ihren Koffern im Gang. Die Geschichte, die der SS-Mann dem Diplomaten erzählt, klingt unglaublich: "Ich habe gestern gesehen, wie mehr als 10.000 Juden ermordet wurden" beginnt er und berichtet die ganze Nacht über die Verbrechen der SS. Gerstein hofft, dass der schwedische Diplomat die Geschichte öffentlich macht, damit schwedische Zeitungen über den Massenmord berichten. Gerstein hofft auf einen Aufschrei der Weltöffentlichkeit, er will, dass Juden in ganz Europa gewarnt werden, dass der Holocaust gestoppt wird. Doch nichts von alledem passiert. Doch Schweden schweigt - warum?

Schließlich hatte der Diplomat Göran von Otter keinen Zweifel am Wahrheitsgehalt des Gehörten. Warum also tat er nichts? Oder tat er doch etwas und ihm hörte nur niemand zu? Hätten die beiden Männer den Holocaust tatsächlich verhindern können? Diese Fragen begleiten Göran von Otters Tochter Birgitta schon ihr ganzes Leben. Um endlich Antworten zu finden, begibt sie sich auf eine schmerzhafte Reise in die Vergangenheit ihres Vaters.

Birgitta von Otter
Birgitta von Otter Bildrechte: Filmkreatörerna

Zuletzt aktualisiert: 24. November 2016, 09:39 Uhr