Mann am Strand
Bildrechte: Jesper Clemmensen / MDR

Die Spur der Ahnen | 13.09.2017 Letzte Hoffnung DDR - Vaters tödlicher Irrtum

Am frühen Morgen des 8. März 1977 will Familie Sender aus der DDR in die Bundesrepublik fliehen. Über die Ostsee, mit zwei Paddelbooten. Doch die Flucht endet dramatisch.

Mann am Strand
Bildrechte: Jesper Clemmensen / MDR

Die Tragödie beginnt am frühen Morgen des 8. März 1977. Familie Sender will zurück, zurück aus der DDR in die Bundesrepublik. 16 Jahre zuvor sind Ulla und Heinz-Georg Sender den umgekehrten Weg gegangen, haben die Bundesrepublik fluchtartig verlassen und sind in die DDR gezogen. Nun also wollen sie wieder in den Westen – zusammen mit ihren drei Kindern Susanne, Beate und Christoph. Über die Ostsee wollen sie fliehen, mit zwei Paddelbooten. Doch die Flucht geht auf dramatische Weise schief. Eines der beiden Boote kentert – Vater Heinz-Georg und die beiden Töchter ertrinken vor den Augen von Mutter Ulla und Sohn Christoph.

Die Spur der Ahnen Letzte Hoffnung DDR

Mann am Strand
Christoph Sender am Ostseestrand bei Heiligendamm: Er war 15, als hier das Fluchtdrama seiner Familie startete. Bildrechte: Jesper Clemmensen / MDR
Mann mit Schlips und Lederjacke
Christophs Vater, Georg Sender, riskierte hier 1977 alles, um mit seiner fünfköpfigen Familie in einem der tragischsten Fluchtversuche die DDR zu verlassen. Bildrechte: BStU
Mann an einem Tisch mit Akten
Im Staatsarchiv Schwerin geht Christoph Sender auf Spurensuche: Bekommt er hier endlich Antworten auf brennende Fragen? Warum ist seine Familie Jahre zuvor überhaupt erst in die DDR eingewandert? Bildrechte: Jesper Clemmensen / MDR
Akten mit Fotos auf einem Tisch
Er blättert in der Stasi-Akte seines Vaters Georg: Welche Geheimnisse verstecken sich in den Aufzeichnungen der Staatssicherheit? Bildrechte: Jesper Clemmensen / MDR
Mann am Strand
Christoph Sender am Ostseestrand bei Heiligendamm: Er war 15, als hier das Fluchtdrama seiner Familie startete. Bildrechte: Jesper Clemmensen / MDR
Mehrere Bilder eines LKW mit Faltbooten auf der Ladefläche
In der Stasi-Akte findet sich auch dieses Bild: Die Familie Sender wollte mitten in der Nacht mit drei Kindern im Faltboot über die Ostsee flüchten. Bildrechte: BStU
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Mann an einem Tisch mit Akten
Bildrechte: Jesper Clemmensen / MDR

Die Familie kam aus der BRD - und wollte zurück

Wenig später werden Ulla und Christoph von einer dänischen Schiffsbesatzung gerettet. Mutter Ulla hat die dramatischen Ereignisse nie ganz verarbeiten können – bis heute spricht sie nicht mit ihrem Sohn Christoph darüber. Dabei hat der sehr viele Fragen. Warum nur haben die Senders im Januar 1961 überhaupt die Bundesrepublik verlassen? In der DDR wurde die Familie von der Propaganda gefeiert – weil sie sich für das angeblich bessere der beiden deutschen Systeme entschieden haben. Aber warum wollten sie nach 16 Jahren wieder zurück in die Bundesrepublik?

Christoph Sender will die dramatische Flucht endlich verarbeiten

Mit "Die Spur der Ahnen" begibt sich Christoph Sender auf Spurensuche. Er trifft alte Freunde und beantragt Einsicht in die Akten, die die Stasi damals über Familie Sender angelegt hat. Es ist eine emotionale Reise in die Vergangenheit – eine Reise, die Christoph Sender die Möglichkeit gibt, die dramatischen Ereignisse der Flucht endlich zu verarbeiten.

Zuletzt aktualisiert: 17. Juni 2016, 07:45 Uhr