"Teil des Jobs" : Armstrong bei allen Tour-de-France-Siegen gedopt
Nach Jahren des Leugnens hat Lance Armstrong systematisches Doping eingeräumt. In einem Interview mit US-Star-Talkerin Oprah Winfrey gab der 41-Jährige zu, seit Mitte der 1990er-Jahre EPO, Eigenblut, Kortison und Wachstumshormone eingesetzt zu haben.
Die Frage Winfreys, ob sich das jemals falsch angefühlt habe, beantwortete der Radprofi mit Nein, was furchterregend sei. Dass er kein schlechtes Gewissen gehabt habe, sei noch furchterregender.
Auch die Frage, ob er sich irgendwann als Betrüger gefühlt habe, beantwortete er mit Nein – und das sei am furchterregendsten. Aber damals habe er das alles eher als ausgeglichenen Wettbewerb betrachtet.
Es sei gar nicht möglich gewesen, sieben Tour-de-France-Titel ohne Doping zu gewinnen: "Ich habe die Kultur nicht erfunden und ich habe nicht versucht, die Kultur zu stoppen."
Armstrong sprach von einem großen Fehler. Er habe damals erwartet, alles zu bekommen, was er wollte, und jedes Ereignis kontrollieren zu können. "Das ist unverzeihlich. Und wenn es Leute gibt, die das hören und mir nie vergeben werden, verstehe ich das."
Zugleich versuchte er, sein Verhalten zu rechtfertigen. Ziel des Dopings sei es gewesen, Kraft und Ausdauer aufzubauen. Schließlich sei es so zur Routine geworden, als "ob man sagen würde, wir brauchen Luft im Reifen oder Wasser in unseren Flaschen".
Links in der ARD
Die Kernfragen des Interviews
Winfrey: "Haben Sie jemals Dopingmittel benutzt?"
Armstrong: "Ja!"
Winfrey: "Haben Sie EPO genommen?"
Armstrong: "Ja!"
Winfrey: "Haben Sie Blutdoping betrieben?"
Armstrong: "Ja!"
Winfrey: "Haben Sie Testosteron und Wachstumshormone genommen?"
Armstrong: "Ja!"
