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artour | MDR FERNSEHEN | 22.09.2011 | Mit Video : Goodbye "German Angst"

Die deutsche Seele ist tief und - ängstlich. Weltweit gelten wir als zögerlich, immer in Erwartung irgendeiner Katastrophe. Die "German Angst" ist inzwischen ein fester Begriff. Doch eigentlich sind die Deutschen ganz optimistisch.

Angst

Weltweit gelten die Deutschen als zögerlich und immer in der Erwartung irgendeiner Katastrophe. Im Englischen hat diese Eigenschaft sogar ein eigenes Wort, die "German Angst". Eine repräsentative Studie belegt jedoch nun, dass die Deutschen angstfreier, ja optimistischer geworden sind. Und: Dass die Kluft, die noch vor kurzem zwischen ost- und westdeutscher Angst lag, immer kleiner wird. Auch die Ostdeutschen werden mutig. Woran liegt das? 

Angst vor Umrüchen

Obwohl sich die Deutschen deutlich weniger vor wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Einbrüchen fürchten müssten als andere Nationen, haben wir mehr Angst genau davor. Es scheint in unseren Genen zu stecken. Die letzten Jahre und Jahrzehnte haben unseren Angstpegel noch zusätzlich auf harte Proben gestellt: die Terroranschläge in New York, der Einbruch des Weltmarktes, der Krieg im Nahen Osten, EHEC, BSE, die Atomkatastrophe in Japan bis hin zu falschen Doktortiteln und den Veröffentlichungen geheimer Schwarzgeldkonten in der Schweiz.

Die Deutschen und die Angst

Ein Bäcker holt fertig gebackene Brote aus dem Backofen Betreuerin aus Marokko (r.), spricht in einer Wohngemeinschaft von psychisch erkrankten Seniorin. Auf einer Europafahne liegen Ein-Euro-Münzen.

Die "German Angst" ist im englischen ein fester Begriff. Wovor fürchten sich die Deutschen? Sehen Sie hier ein paar Beispiele. [Bilder]


Angst und Angstindex

Doch  gemessen daran sind wir vergleichsweise fast unbekümmert. Das belegt eine Langzeitstudie, die jetzt von der Universität Heidelberg vorgestellt wurde. Sie besagt, dass die Deutschen heute so wenig Angst haben wie seit 2001 nicht mehr. 2.500 Bundesbürger werden seit 21 Jahren jährlich befragt, um einen nationalen Angstindex zu berechnen. Ein überraschendes Ergebnis seien die Daten zur Arbeitslosigkeit: Hier sank der Index stark um 24 Punkte auf 37. Seit Beginn der Studie war die Angst der Deutschen vor einem Jobverlust nie so gering. Insgesamt seien Wirtschaftsthemen nicht mehr im Fokus. Diese klassischen Ängste werden von aktuellen Ereignissen verdrängt.

Der Angstcheck mit "artour"

Laut der Studie sind es derzeit vor allem die persönlichen Belange, die uns unsicher machen: Auf Platz eins steht – zum wiederholten Male – die Angst vor steigenden Lebenshaltungskosten. "artour" macht den "Angstcheck" und spricht mit einer Stammtischrunde, mit Frauen in einem Leipziger Friseursalon und mit Leuten, die ihre übermächtigen Ängste krank gemacht haben. Was hat sich bei ihnen in den letzten Jahren tatsächlich verändert, was hat sie zuversichtlicher, eben angstfreier gemacht?

Zuletzt aktualisiert: 23. September 2011, 10:40 Uhr

"artour"-Beitrag

von Stefan Schwarz

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