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artour | MDR FERNSEHEN | 07.07.2011 | 22:05 Uhr | Videos : "artour" pilgert auf der Via Regia - Heute: Santiago de Compostela

Im Jahre 2006 ernannte der Europarat die Via Regia offiziell zur Kulturstraße: Vom spanischen Pilgerort Santiago de Compostela im Südwesten bis nach Kiew im Osten verbindet sie Mitteldeutschland in beide Richtungen europaweit. "artour" hat sich anlässlich der Sächsischen Landesausstellung in Görlitz auf den Weg gemacht und erreicht heute das Ziel jeden Pilgers, der auf dem Jakobsweg unterwegs ist: Santiago de Compostela.

07.07. | Teil 6: Santiago de Compostela

Rätselhafte Lichter stehen am Anfang der Geschichte der Hauptstadt Galiziens im Nordosten von Spanien. Denn es waren Sterne, die im Jahr 830 einen Wanderer zu den Gebeinen des Apostels Santiago führten. Diesem Wunder verdankt die Stadt ihren Namen: Santiago de Compostela bedeutet übersetzt  "Jakobus vom Sternenfeld". So entwickelte sich die Stadt schnell zur Pilgermetropole und stieg zum Jerusalem des Westens auf. Bereits im 15. Jahrhundert kamen mehr Menschen hierher als nach Rom oder ins Heilige Land. Im Zuge der Reformation geriet das Apostelgrab für längere Zeit in  Vergessenheit.

Seit etwa 20 Jahren erlebt der Jakobsweg nun wieder eine Renaissance. Mit dem Rad, zu Fuß, mit dem Auto oder im Rollstuhl: Jährlich kommen etwa 75.000 Pilger zum Reliquienschrein des Apostels Santiago, der sich in der berühmten Kathedrale befindet. Ihre prachtvolle Barockfassade trägt den Namen Obradoiro ("goldenes Werk") und ist übrigens auch auf den spanischen Cent-Münzen abgebildet. Auf dem gleichnamigen Platz, dem Paraza do Obradoiro, tummeln sich unzählige Touristen, fliegende Händler, Musiker und Studenten. Sie geben der Altstadt, die seit 1985 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, einen turbulenten Charme. "artours" letzte Folge über Städte an der Via Regia – aus Santiago de Compostela.

Autor: Reinhold Jaretzky

30.06. | Teil 5: Burgos

Unsere Entdeckungsreise entlang der Via Regia führt uns im fünften Teil nach Burgos, der "Wiege Kastiliens". Ursprünglich im 9. Jahrhundert zur Abwehr der Mauren gegründet, entwickelte sich die Stadt bald zur krönungsstadt der Könige von Kastillien. Abgesehen von den Monarchen gelangte ein Ritter aus der Gegend um Burgos trotz zweifelhafter Rolle zu großem Ruhm und Ehre: Rodrigo Diaz de Vivar, besser bekannt als El Cid. Das Grabmal des Nationalhelden befindet sich heute in der beeindruckenden gotischen Kathedrale von Burgos, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde.

Seit jeher ist das Leben in Burgos geprägt durch zahlreiche Pilger, die auf ihrem Weg nach Santiago de Compostela hier Halt machen. Auch heute noch ist Burgos eine besonders wichtige Station auf dem Jakobsweg. Gelegenheit zur Erholung finden die Reisenden hier genug: Promenaden entlang des Rio Arlanzón und zahlreiche Grünanlagen laden geradezu zum Verweilen ein.

"artour"-Beitrag von Reinhold Jaretzky

16.06. | Teil 4: Pamplona - Stiere treffen auf Pilger

Nach Görlitz, Orléans und Bordeaux widmen wir uns im vierten Teil der "Via Regia"-Reihe dem nordspanischen Pamplona. Die mittelalterliche Stadt hat heute etwa 200.000 Einwohner, doch sie ist besonders in den Sommermonaten stark belebt: Zum einen durch zahlreiche Pilger, die über einen Zweig des Jakobsweges herfinden, zum anderen durch das berühmte Fest "San Fermin", dem Kampfstiertreiben durch die Stadt. Bei dem Spektakel beobachten alljährlich tausende Menschen den Lauf der Kampfstiere zur Arena, viele rennen einige Meter mit. Doch das ist ein gefährlicher Kick, bei dem es immer wieder Verletzte und Tote gibt.

Die Festlichkeiten wurzeln in den mittelalterlichen Jahrmärkten und den Stierkämpfen – den Corridas, bei denen die Tiere am Abend ihr Leben lassen. Aber auch wer dem Stierkampf nichts abgewinnen kann, wird in dieser Stadt mit ihrem hervorragend erhaltenen historischen Zentrum Interessantes finden. Die Folklore der Region Navarra gehört zu den originellsten Spaniens, die herrlichen Berglandschaften am Rande der Pyrenäen bilden eine wunderschöne Kulisse und Feinschmecker schätzen die ausgezeichneten Weine aus der Region.

"artour"-Beitrag von Matthias Morgenthaler

09.06. | Teil 3: Bordeaux

Offiziell heißt sie "Paneuropäischer Verkehrskorridor III". Was für ein prosaischer Name für eine der ältesten Handelsstraßen Europas! Schon in der Steinzeit war der Weg von Ost nach West als Wanderweg kaum zu übertreffen, denn die Route war relativ einfach zu bewältigen - nördlich der Mittelgebirge und südlich der Eiszeitzone. Um die Zeitenwende nutzten die Römer die "Via Regia" als Verbindung von Mainz über Saarbrücken und Paris bis nach Bordeaux als eine ihrer wichtigsten Handelsstraßen.

Die "Via Regia" ist Thema der groß angelegten sächsischen Landesausstellung in Görlitz. "artour" ist zu einigen Orten an der historischen Handelsstraße gereist, die heute von Kiew in der Ukraine bis ins spanischen Santiago des Compostela führt. Nach Görlitz und Orléans waren wir jetzt in Bordeaux, der Stadt, die wir vor allem als Zentrum eines der bedeutendsten europäischen Weinanbaugebiete kennen.

"artour"-Beitrag von Henrike Sandner

26.05. | Teil 2: Orléans

Ein 17-jähriges Bauernmädchen führt, getrieben von religiösen Visionen, die Franzosen gegen die englischen Besatzer zum Sieg und befreit am 8. Mai 1429 Orléans. Ein Bauernmädchen, kein König, als Retter der Nation. Jeanne d'Arc gilt in Frankreich noch immer als Ikone und Symbolfigur – besonders in Orléans. Seit dem 15. Jahrhundert wird hier an sie erinnert. Jeder und jede politische Gruppe verspricht sich etwas von ihrer Aura. Alljährlich wird ihre Geschichte auf die Kathedrale in Orléans projiziert.

Dass die Ereignisse die Stadt Orléans kurzzeitig in den Focus der Weltgeschichte rückten, war nicht zufällig. Sie liegt an herausragender Stelle der Loire – jenes Flusses, der Frankreich durchzieht. Als Jeanne d' Arc Orléans befreite, führte hier schon seit 200 Jahren die Via Regia entlang, jener bedeutende Handels- und Reiseweg durch Europa. Orléans war als Verkehrsknotenpunkt strategisch perfekt gelegen, hier wurden die Waren umgeladen und ins nahe Paris gebracht. So haben die Via Regia und der Fluss mit der Zeit eine wunderbare Kulturlandschaft hervorgebracht.

Autor: Jens-Uwe Korsowsky

19.05. | Teil 1: Görlitz

Die 3. Sächsische Landesausstellung in Görlitz widmet sich unter dem Titel "Via Regia" der gleichnamigen, Jahrhunderte alten Verbindung von Ost nach West mit ihrem Waren, Wissens- und Kulturtransfer. "artour" stellt den alten Handelsweg und die Ausstellung vor.

Die Schau im Kaisertrutz gliedert sich in die Themenbereiche Aufbruch, Fundament, Markt, Mensch und Austausch. Auf rund 1.800 Quadratmetern werden dazu etwa 450 Ausstellungsobjekte aus Deutschland, Polen, Tschechien und der Ukraine gezeigt. Nicht nur der Kaisertrutz, sondern die gesamte Stadt soll Ausstellungsort sein. So führen Audioguides die Besucher durch Görlitz. Die Veranstalter erwarten bis zum Finale der Landesausstellung am 31. Oktober rund 300.000 Besucher.

Zuletzt aktualisiert: 08. Juli 2011, 12:51 Uhr

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