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artour | MDR FERNSEHEN | 10.01.2013 : Bildung - Lernen und Nichtlernen in Mitteldeutschland

Mitteldeutschland befindet sich im Bildungsnotstand: Es mangelt an Lehrern, die soziale Schere klafft auch in den Schulen auseinander und weiterhin brechen viele Schüler ohne Abschluss die Schule ab. Anlass für "artour", das Bildungssystem genauer in den Blick zu nehmen und im Januar 2013 mit drei Beiträgen in drei aufeinander folgenden Sendungen zum Thema zu machen. 

"artour" berichtet über die Krise des Musikunterrichts, die sich darin manifestiert, dass es keine Lehrer und keine inhaltlichen Richtlinien mehr gibt. Es wird außerdem um Lehrer-Quereinsteiger gehen, die keine pädagogische Ausbildung haben, aber in Sachsen mehr und mehr den Mangel an Fachlehrern kompensieren sollen. Doch zum Auftakt der Reihe stellt "artour" zunächst die Frage, ob nun zwölf oder dreizehn Jahre der Schlüssel zu einem guten Abitur sind.

Schüler bei einer Prüfung

Für und Wider des Turboabiturs 

"Turboabitur" - allein das Wort setzt einen doch schon unter Druck. Turbo - das klingt nach "Husch, husch - mach jetzt!", nach "Keine Zeit, ich muss lernen!" Kurzum: Es klingt nach Stress, es klingt nach Nägelkauen und exzessivem Haareraufen - und ganz sicher klingt es nicht nach unbeschwerter Jugend. Oder ist vielleicht doch alles halb so wild? Am Anfang war eine Einigung aus dem Jahr 2007. Am Anfang waren ein Buchstabe und eine Zahl: "G8", das Gymnasium in acht Jahren, Abitur nach der zwölften Klasse. Seitdem ist "G8" ein fieser Splitter im erhobenen Zeigefinger der Schulreformer - die scheinbar ewig währende Frage nach dem Sinn oder Unsinn eines verkürzten Abiturs.

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Turbo-Abitur oder Schonkur?

10.01.2013, 22:05 Uhr | 05:24 min

"Schaffen die das denn alles überhaupt?", lautet die zentrale Frage der Verfechter des "Langsam-Abiturs", ein Wort beinahe genauso unangenehm wie die Turbovariante und nichts anderes als das Abitur erst nach 13 Jahren. Wie viel Schule ist genug? Wie viel Stoff passt in den Kopf? Welcher Stoff ist überhaupt sinnvoll? Und wer fragt eigentlich die Schüler? Zwischen Überarbeitung und vermeintlicher Zeitverschwendung, zwischen rauchenden Köpfen und gähnender Langeweile wägt "artour" ab und sucht die Antwort auf die Frage: Turbo- oder Schongang?

Bonus-Interview: Jan-Hendrick Olbertz über das Turbo-Abitur

Jan-Hendrick Olbertz ist Erziehungswissenschaftler und Politiker. Er hält die Diskussion über zwölf Jahre Schule für überhitzt. Sie verdecke die wahren Probleme im Bildungssystem.

10.01.2013, 16:50 Uhr | 08:30 min

Zuletzt aktualisiert: 14. Januar 2013, 16:56 Uhr

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