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artour | MDR FERNSEHEN | 01.12.2011 | Mit Video : Zum Tod von Christa Wolf

Die Schriftstellerin Christa Wolf ist tot. Wie der Suhrkamp-Verlag mitteilte, starb die Autorin am Donnerstagvormittag nach schwerer Krankheit im Alter von 82 Jahren in Berlin. Die "Moskauer Novelle", "Der geteilte Himmel", "Kein Ort. Nirgends" und "Kassandra" gehörten zu ihren bekanntesten Werken. Wolf war eine der produktivsten Schriftstellerinnen der DDR, vielen galt sie als moralische Instanz. "artour" erinnert an Christa Wolf und spricht mit der Schriftstellerin Daniela Dahn, einer engen Freundin.

Christa Wolf

Für viele Leser war Christa Wolf die moralische Instanz der DDR, ihre Bücher waren Bückware. In Büchern wie der "Geteilte Himmel" befasste sie sich intensiv auch mit dem geteilten Deutschland. Sie war bis zur Wende SED-Mitglied, geriet aber immer wieder mit der Parteiführung aneinander. Sie protestierte gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann und verarbeitete im Buch "Störfall" ihre Sicht auf den Supergau in Tschernobyl.

1989 sprach sich Wolf gegen einen Anschluss an die BRD aus. Sie war stattdessen für eine Reform des Staates. Dieses Thema beschäftigte sie bis zum Schluss. Wegen dieser Einstellung war sie erst vor kurzem noch von ihrem Schriftsteller-Kollegen Erich Loest kritisiert worden.

Anfang der 1990er-Jahre war bekannt geworden, dass Wolf von 1959 bis 1962 als "IM Margarete" für die Stasi gearbeitet hatte. Ihre Akte veröffentlichte sie schließlich unter dem Titel "Akteneinsicht Christa Wolf". Den Vorwurf, sie sei eine "Staatsschriftstellerin" gewesen, wies sie vehement zurück. Diejenigen, die ihre Bücher gelesen hätten, wüssten, dass das absurd sei, sagte sie einmal dazu.

Zuletzt aktualisiert: 08. Dezember 2011, 15:46 Uhr

"artour"-Beitrag

Gabriele Denecke

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