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artour | MDR FERNSEHEN | 13.09.2012 | 22:05 Uhr : Hanns Eisler - ein Leben zwischen Meisterstücken und Marschmusik

Was hat das Stück "Vierzehn Arten, den Regen zu beschreiben" mit der DDR-Nationalhymne zu tun? Die Verschiedenheit dieser beiden Eisler-Kompositionen zeigt die große Spannweite seines Schaffens. Zwölftonmusik versus Pathos. Den Künstler auf seine Agitationsmusik zu reduzieren, für die er über die Grenzen der DDR berühmt wurde, wäre unzureichend. Anlässlich seines 50. Todestages wird das musikalische Werk wiederentdeckt und teilweise neu interpretiert. Und es gibt eine neue Biografie. "artour" spricht mit der Autorin Friederike Wißmann.

Hanns Eisler

Hans Eisler trägt er für viele den Stempel des Kampfliedschreibers. In der Tat schrieb er etliche Märsche und Agitationslieder. Zum einen hatte er den ersten Weltkrieg unfreiwillig als Soldat miterlebt, zum anderen - und daraus machte er keinen Hehl - sollte seine Musik die kommunistische Idee unterstützen. Seine Musik sollte die Massen erreichen, auch wenn sie avantgardistisch war.

Komponist, Weltbürger, Revolutionär

Hanns Eisler Filmplakat zu "Hangmen Also Die"
Auch für Fritz Langs Spielfilm "Hangmen Also Die" schrieb Eisler die Musik.

Das schaffte er auch mit Filmmusik: Für seine Musik zu "Auch Henker sterben" (1943) wurde Eisler für den Oscar nominiert. Weitere Filme, deren Wirkung ohne seine Musik nur halb so stark wäre, sind unter anderem "In Nacht und Nebel" (1955) und "Kuhle Wampe oder: Wem gehört die Welt?" (1932).

Das Einheitsfrontlied ("Und weil der Mensch ein Mensch ist") gehörte zum Standard-Liedgut in der DDR. Doch sein Verhältnis zur DDR-Führung war trotz seiner Anerkennung zwiespältig. Der in Leipzig geborene, jüdische Komponist, der sich vom Autodidakten zum Lieblingsschüler Schönbergs entwickelte, war ein Weltbürger: Sein Leben führte ihn über Wien nach Moskau und während des Kriegs auch nach Mexiko und in die USA.

Cover des Buches "Friederike Wißmann - Hanns Eisler. Komponist, Weltbürger, Revolutionär"
Die neue Eisler-Biografie

Die neue Biografie der Musikwissenschaftlerin Friederike Wißmann wird - kaum erschienen - schon als Standardwerk bezeichnet. Sie schafft es, auch dem Laien seine einzigartigen Kompositionen nahe zu bringen und mit den Etappen seines Lebens zu verweben. Sie analysiert seine Filmmusiken und beschreibt auch die Zusammenarbeit mit Brecht, dessen Texte er zahlreich vertonte.

"artour" spricht mit ihr über die vielen Facetten des berühmten Komponisten.

Zuletzt aktualisiert: 17. September 2012, 12:33 Uhr

"artour"-Beitrag:

Von Hans-Michael Marten

Buchtipp:

Friederike Wißmann: Hanns Eisler. Komponist, Weltbürger, Revolutionär , gebundenes Buch, 304 Seiten, Edition Elke Heidenreich, ISBN 978-3-570-58029-5, Euro 19,99

Theodor W. Adorno / Hanns Eisler: Komposition für den Film,
224 Seiten, Europäische Verlagsanstalt,
ISBN-10: 3434500901
ISBN-13: 978-3434500902
Preis: 24,50 EUR

Veranstaltungstipp:

Unter dem Motto "Eisler, Sohn ohne Stadt" präsentiert das Leipziger Centraltheater gemeinsam mit dem Forum Zeitgenössischer Musik am 3. Oktober eine musikalisch-szenische Revue zum 50. Todestag von Hanns Eisler. Auf der Bühne: Hans-Eckardt Wenzel und Band.

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