artour

Trauer um Intendantin der Semperoper : Große Anteilnahme nach Tod von Ulrike Hessler

Die Intendantin der Dresdner Semperoper, Ulrike Hessler, aufgenommen am 08.02.2011 im Panoramarundgang ihrer Hauses.

Vertreter aus Politik und Kultur haben mit Bestürzung auf den frühen Tod der 57-jährigen Intendantin der Semperoper, Ulrike Hessler, reagiert. Sachsens Kunstministerin Sabine von Schorlemer sprach von einem großen Verlust, unter dem die Dresdner Semperoper nun zu leiden hat. Hessler sei viel zu früh verstorben. Die ehemalige sächsische Kunstministerin und jetzige SPD-Landtagsabgeordnete, Eva-Maria Stange, erklärte, Hessler habe das kulturelle Leben Sachsens bereichert. Als Intendantin habe sie der Staatsoper ein eigenes und modernes Profil gegeben und sich mit ihrem Engagement in die Entwicklung des Dresdner Kunstnetzwerkes eingebracht. Die sächsische Kulturlandschaft verliere eine "engagierte Kämpferin".

Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz reagierte ebenfalls mit Bestürzung. Hessler habe in der kurzen Zeit ihres Wirkens wichtige Akzente in der Dresdner Musiklandschaft gesetzt, erklärte sie. Ihr unerwartetes Ableben sei ein großer Verlust für die Landeshauptstadt.

Der neue Chefdirigent der Staatskapelle Dresden und künstlerische Leiter der Salzburger Osterfestspiele, Christian Thielemann, sprach von "großer Trauer". Seine Zusammenarbeit mit Ulrike Hessler sei konstruktiv und von künstlerischem Einvernehmen geprägt gewesen. "Dass diese Zusammenarbeit nun ihr plötzliches Ende findet, bedeutet für uns alle einen unermesslichen Verlust".

Trauer bei Weggefährten aus Bayern und Österreich

Auch zahlreiche Weggefährten aus Bayern und Österreich äußerten sich bestürzt über die Todesnachricht. Bayerns Kunstminister Wolfgang Heubisch erklärte, die Nachricht habe ihn tief erschüttert. Heubisch sprach von einer herausragenden Theatermacherin. Während ihrer langjährigen Tätigkeit an der Bayerischen Staatsoper habe Hessler auch das kulturelle Leben in Bayern geprägt. Hessler begann ihre Theaterlaufbahn 1984 an der Bayerischen Staatsoper in München, der sie bis zu ihrer Berufung nach Dresden im Jahr 2010 treu blieb.

Der geschäftsführende Intendant der Osterfestspiele Salzburg, Peter Alward, sagte, er verlöre eine "hochgeschätzte Kooperationspartnerin". Sie sei maßgeblich am Gelingen der neuen Partnerschaft mit Dresden beteiligt gewesen.

Im Mai wird Krebsleiden bekannt

Hessler hatte ihr Amt als Intendantin der Semperoper erst zu Beginn der Spielzeit 2010/11 angetreten. Wegen ihrer schweren Erkrankung ließ sie bereits seit Anfang Mai ihr Amt ruhen. Damals hatte Hessler öffentlich bekannt gemacht, dass sie an Krebs erkrankt ist. Nach sofortiger Operation eines bösartigen Tumors im Januar 2011 und nachfolgender Betreuung habe die Erkrankung einen wechselhaften Verlauf genommen, hieß es.

Von der Bayerischen Oper an die Semperoper

Vor ihrer Zeit an der Dresdner Semperoper war Hessler viele Jahre an der Bayerischen Staatsoper München tätig. Hessler studierte Neuere deutsche und französische Literatur und hat als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Eichstätt gearbeitet. Sie promovierte 1984 mit einer Arbeit zur deutschen Exilliteratur. Bis 1988 war sie freie Journalistin, ehe sie Pressesprecherin der Münchner Staatsoper und später Chefin der Öffentlichkeitsarbeit wurde. Von 2006 an war sie als Mitglied des Direktoriums an der kommissarischen Leitung des Opernhauses beteiligt. Nach 26 Jahren in München wechselte sie 2010 an die Elbe, zuvor hatte sie allerdings bereits einen Zweitwohnsitz in der Stadt, in der ihr Mann an einer Klinik arbeitet.

Neben zahlreichen Ehrenämtern und Kuratoriumsmitgliedschaften war Ulrike Hessler Honorarprofessorin der Hochschule für Bildende Künste Dresden und Mitglied des Sächsischen Kultursenats. Sie etablierte während ihrer Intendanz die Sparte "Junge Szene", engagierte den Regisseur Stefan Herheim regelmäßig an der Dresdner Oper und setzte sich für die Verpflichtung von Christian Thielemann als Chefdirigenten der Sächsischen Staatskapelle ein. Die Zusammenarbeit der Sächsischen Staatskapelle mit den Osterfestspielen Salzburg geht auf ihre Initiative zurück.

Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2012, 18:31 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen.
Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

© 2013 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK