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artour | MDR FERNSEHEN | 09.08.2012 | Mit Video : Kunst unter Wasser: Die Flut und ihre Folgen

Katastrophenalarm in Mitteldeutschland: Binnen weniger Stunden standen im August 2002 Häuser unter Wasser. Kaum ein Gebäude im Hochwassergebiet, das nicht beschädigt oder ruiniert wurde und mit ihnen viele Kunst- und Kulturschätze. Zehn Jahre später ist vieles wiederhergestellt. "artour" blickt zurück und fragt, wie sicher die Kunstschätze heute sind.

Kunst unter Wasser
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Kunstschätze und die Jahrhundertflut

09.08.2012, 22:05 Uhr | 04:54 min

In der sächsischen Kleinstadt Grimma zerstörte das Hochwasser der Mulde in der Nacht vom 12. zum 13. August 2002 die berühmte Pöppelmannbrücke. Im Stadtmuseum stand die Chefin Marita Pesenecker allein und tief im Wasser und versuchte, wertvolle Skulpturen von der Wand zu schrauben. Manches war nicht zu retten.

Drei Tage später trat die Elbe über die Ufer, wie seit über 100 Jahren nicht mehr. Das seit Jahrhunderten als sicher geglaubte Depot im Keller des Dresdner Zwingers wurde fast zum Verhängnis für die Kunstschätze. Hier stieg das Wasser bedrohlich. Dank freiwilliger Helfer konnten hunderte Bilder und Skulpturen gerettet werden. Trotzdem betrug der Schaden allein hier mehr als 20 Millionen Euro.

Vor zehn Jahren: Bilder der Jahrhundertflut an Elbe und Mulde im August 2002

Jahrhundertflut 2002: Uferpromenade Bad Schandau Feuerwehrautos stehen am Elbufer in Pieschen hinter einem Damm aus Sandsäcken Von einem Lkw herunter werden Sandsäcke gefüllt

Am 13. August 2002 wurden Bäche zu reißenden Flüssen, Deiche brachen. Von der Flut betroffen waren auch Kulturgüter, so u.a. der Dresdner Zwinger, die Grimmaer Pöppelmannbrücke, der Park Luisium in Dessau-Wörlitz. [Bilder]


Ein Glücksfall für die Kunstsammlungen?

Der Maler Gerhard Richter (l) und der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Martin Roth
Der Maler Gerhard Richter (l.) und der damalige Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen, Martin Roth, vor dem Gemälde "Fels", eine Dauerleihgabe für Dresden.

Damals fragten viele, warum man nicht schon eher über einen sicheren Platz für die Gemälde und Skulpturen nachgedacht hatte?

Heute, zehn Jahre, später spricht kaum noch jemand von den Schäden. Es scheint, als sei die Katastrophe für die Museen in Sachsen ein Glücksfall gewesen. In Dresden entstand eine architektonisch imposante Lösung. Das Albertinum wurde aufwendig umgebaut, der einst ungenutzte Innenhof wurde zu einem charmanten Lichthof, der dem Museum Glanz verleiht. Viele der einst im Keller versteckten Skulpturen werden nun im oberen Stockwerk in sogenannten Schaudepots öffentlich gezeigt. Die Gemälde lagern nun - zumindest absolut flutsicher - unter dem Dach.

Bildergalerie: Das neue Albertinum in Dresden

Das Dresdner Albertimum Das Dresdner Albertimum Lichthof

In Dresden ist das Albertinum nach sechsjähriger Bauzeit an die Staatlichen Kunstsammlungen übergeben worden. Am 20. Juni 2010 wurde das Gebäude als Museum der Kunst von der Romanik bis zur Gegenwart eröffnet. [Bilder]


Spurensuche in Grimma und Dresden

In Grimma wurde das kleine Stadtmuseum wieder völlig neu saniert, die beschädigten Kunstschätze aufwendig restauriert und neu präsentiert. Auch die kleine sächsische Stadt scheint von der verheerenden Flut mehr profitiert zu haben, als man damals zu hoffen gewagt hätte. Die Stadt verfügt heute über restaurierte Fassaden und Innenhöfe sowie eine neu aufgebaute Pöppelmannbrücke.

Zehn Jahre nach der Flut geht "artour" auf Spurensuche in Grimma und Dresden. Musste es erst zur Katastrophe kommen, damit Sachsen seine Werte besser schützt? Und wie sicher sind die Kunstschätze heute?

Zuletzt aktualisiert: 10. August 2012, 09:42 Uhr

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