artour

artour | MDR FERNSEHEN | 21.07.2011 | Mit Video : Vom Aussteigen und Ankommen

Wie ist das wahre Landleben, fernab der betonierten Städte, in denen alles am besten unanstrengend und bequem sein muss? Ist es gleichzusetzen mit der Selbstfindung im Grünen? Die Aussteiger in der Gemeinde "Sieben Linden" in der Altmark betreiben selbst Landwirtschaft mit dem Pferdepflug, bauen ihre Häuser mit Stroh und Lehm und die meisten leben als Vegetarier. "artour" auf den Spuren des Landlebens - mit und ohne Romantik.

Kühe auf der Weide

Ist es rückwärtsgewandte Utopie? Natursehnsucht statt Moderne? Der Wirtschaftsjournalist Jan Grossarth hat sich eine Weile verschiedenen wagemutigen Aussteigern angeschlossen. Er konnte nur auf diese Art unverklärt und authentisch über das wirkliche Leben dieser Menschen berichten, die sich jenseits der Großstadt selbst versorgen. Sie verzichten auf Krankenkasse oder Arbeitslosenversicherung, leben allein oder bilden kleine Gemeinden. Eines haben sie gemeinsam: Sie leben im Einklang mit der Natur statt sie auszubeuten. "Man kann sich ja vorstellen, dass jemand für sich selbst ein solches Leben attraktiv findet. Er gewinnt etwas an Freiheit hinzu, er macht nur noch das, was er für sinnvoll hält. Anders als vorher im Büro. Es ist denkbar, dass diese Menschen glücklicher sind als die normal angepassten", sagt Grossarth im "artour"-Interview.

Ökologische Avantgarde der Gesellschaft

Die Aussteiger in der Gemeine "Sieben Linden" in der Altmark betreiben selbst Landwirtschaft mit dem Pferdepflug, bauen ihre Häuser mit Stroh und Lehm, die meisten leben als Vegetarier. Sie sehen sich als ökologische Avantgarde der Gesellschaft. "Es ist kein Geheimnis mehr, dass man nachhaltige Lebensweisen braucht, um in die Zukunft zu kommen. Und das merken wir täglich. Da kommen Politiker, Bundestagsfraktionen und Menschen aus aller Welt zu Besuch", sagt Dieter Halbach, der Gründer von "Sieben Linden".

Containern

Für andere Aussteiger ist das Containern nicht ungewöhnlich: Das Leben von Nahrung, die der Normalbürger entsorgt, mag merkwürdig sein. Aber ist es nicht befremdlicher, jedes Jahr 20 Millionen Tonnen Lebensmittel wegzuwerfen, wie es die Deutschen im vergangenen Jahr getan haben? Vielleicht steckt in dem, was der Aussteiger tut und denkt also doch mehr Sinn, als sich der Normalbürger einzugestehen wagt.

"artour" auf den Spuren des Landlebens mit und ohne Romantik.

Zuletzt aktualisiert: 22. Juli 2011, 10:03 Uhr

"artour"-Beitrag:

Von Tom Fugmann

Buchtipp:

Jan Grossarth - Vom Aussteigen & Ankommen - Besuche bei Menschen, die ein einfaches Leben wagen | Riemann-Verlag | ISBN: 357050123X

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