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artour | MDR FERNSEHEN | 02.08.2012 | Mit Video : Lonesome George oder Das Verschwinden der Arten

Warum verschwindet eine Spezies, während sich eine andere wieder berappelt? Diese Fragen behandelt der Biologe Lothar Frenz im Buch "Lonesome George oder Die Letzten ihrer Art". Er erzählt überraschende und skurrile Geschichten vom Werden und Vergehen.

Galapagos-Riesenschildkröte George
Die Galapagos-Riesenschildkröte George

Die Nachricht ging um die Welt: Lonesome George ist tot. Das 100 Jahre alte Tier war das letzte seiner Spezies - eine Riesenschildkröte auf den Galapagos-Inseln und ein Symbol für das anhaltende Artensterben. Alle Versuche, ihn mit artverwandten Weibchen zusammenzubringen, um die Fortpflanzung zu sichern, blieben vergeblich.

Wohin sind Riesenalk, der chinesische Flussdelphin und der legendäre Dodo?

Doch was passiert eigentlich beim Aussterben? Warum verschwindet die eine Spezies, während sich die andere wieder berappelt? Mit Fragen wie diesen beschäftigt sich der Publizist und Biologe Lothar Frenz in seinem gerade erschienenen Buch "Lonesome George oder Die Letzten ihrer Art", in dem er ebenso überraschende wie skurrile Geschichten vom Werden und Vergehen erzählt. Er stellt uns einige jener Spezies vor, die wir ausgerottet oder aus anderen Gründen verloren haben: den Riesenalk, den chinesischen Flussdelphin, den legendären Dodo oder den sagenumwobenen Elfenbeinspecht. Doch es sind nicht nur die "Stars" der untergegangenen Arten, denen sich Lothar Frenz widmet. Er blickt auch auf den Artenkollaps der jüngsten Zeit - vom dramatischen Schwund von Amphibien weltweit über das Geiersterben in Indien bis hin zum Tod von Millionen von Fledermäusen in den USA oder dem Rückgang von Schlangenarten in Europa, Afrika und Australien.

Argumente für die Vielfalt

Wie andere Wissenschaftler befürchtet auch Lothar Frenz, dass langfristig nur solche Tiere und Pflanzen überleben werden, die mit dem Menschen kompatibel, also nützlich für ihn sind, uns somit eine "McDonaldisierung der Biosphäre" bevorsteht. Sein Buch ist deshalb ein bewegender Appell an uns, das Zusammenspiel mit der Natur so zu gestalten, dass wir den Artenreichtum unseres Planeten nicht leichtsinnig aufs Spiel setzen.

Der Natur ist es letztlich egal, ob Arten aussterben oder nicht. Sie wird irgendwann wieder etwas Neues ausprobieren, schreibt Lothar Frenz. Aber uns, das macht der Autor an vielen anschaulichen Beispielen und ganz ohne erhobenen Zeigefinger deutlich, sollte es eben nicht egal sein, dass die Vielfalt des Lebens auf der Erde Tag für Tag abnimmt. Wir als die Verantwortlichen für diese Entwicklung sollten uns beeilen, unsere Gleichgültigkeit abzulegen. Vielleicht gibt es dann - wenn schon nicht für Lonesome George - für die ein oder andere vom Aussterben bedrohte Spezies doch noch ein Happy End.

Zuletzt aktualisiert: 03. August 2012, 10:33 Uhr

"artour"-Beitrag

Von Joachim Gaertner

Buchtipp:

Lothar Frenz: Lonesome George oder Die Letzten ihrer Art. Rowohlt Berlin 2012.

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