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artour | MDR FERNSEHEN | 02.02.2012 | 22:05 Uhr : Manfred Krug - Der sanfte Rebell wird 75

Vom Haudegen zum Anwalt – Manfred Krug überzeugt in allen Rollen. Er ist auf der Leinwand stets der Unangepasste und gibt den Rollen einen eigenen Charakter. Bei der DEFA machte er in der DDR Karriere. Nach seiner Übersiedlung 1977 nach Westberlin schaffte er es, daran anzuknüpfen. Als Sänger war Manfred Krug in der DDR eine Legende, veröffentlichte zahlreiche Alben und gewann auch eine Goldene Schallplatte. Am 8. Februar feiert Manfred Krug seinen 75. Geburtstag. "artour" gratuliert.

Sein Weg zur Kunst war hart: Der gelernte Stahlschmelzer besuchte neben seinen Schichten im Walzwerk die Abendschule und begann 1954 ein Studium an der staatlichen Schauspielschule. Krug durfte es "wegen disziplinarischer Schwierigkeiten" nicht beenden. Am Berliner Ensemble sammelte er später unter Bertold Brechts Leitung Bühnenerfahrung. Ab 1957 arbeitete Manfred Krug in der DDR für Film und Fernsehen.

Bildergalerie: Der Schauspieler Manfred Krug

Reporter Heinz Engelhardt (Horst Drinda, l.) gibt seinen Einstand bei den Lokomotivbauern (Manfred Krug, Mitte, Rolf Herricht). (Filmszene) Manfred Krug bärtig in Nahaufnahme. Manfred Krug an Schleifmaschine

Seine erste Hauptrolle hat Manfred Krug 1960 in Frank Beyers Film "Fünf Patronenhülsen". Den ersten großen Erfolg feiert er zwei Jahre später in dem autobiografischen Film "Auf der Sonnenseite". Hier Filmszenen. [Bilder]


Ein Liebling der DEFA

Wegen seines markanten Gesichta und der Narbe auf der Stirn spielte er anfangs vor allem Kriminelle und Ganoven. Er war als ehrlicher und unangepasster Charaktertyp ein Liebling der DEFA. Obwohl er in Rollen als sozialistischer Arbeiter glaubhaft rüberkam, war er nicht der DDR-Vorzeigekünstler. Krug blieb unangepasst. Der Film "Spur der Steine" von 1966, in dem Krug die Hauptrolle spielte, wurde in der DDR verboten. Krug spielte in 40 Filmen, 20 Fernsehspielen und Shows und veröffentlichte als Sänger zehn LPs - bis er 1976 die Petition gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns unterschrieb. Seine Karriere in der DDR war damit beendet.

Bilder: Der Sänger Manfred Krug

Manfred Krug Manfred Krug Manfred Krug

Manfred Krug war nicht nur Schauspieler, er war und ist noch immer Musiker. Anfangs trat er als Jazz-Interpret auf, später sang er auch Schlager, Arbeiterlieder und Chansons. [Bilder]


Die zweite Karriere in der BRD

Im Anschluss an die Übersiedlung nach Westberlin (1977) gelang es ihm, wieder als Schauspieler Fuß fassen. In den Folgejahren spielte er viele Fernsehrollen in Filmen und Serien. Zur Leipziger Buchmesse im März 1996 veröffentlichte Manfred Krug unter dem Titel "Abgehauen" seine Erinnerungen an die Zeit in der DDR. Das Buch wurde ein Bestseller und 1998 für die ARD verfilmt. Im gleichen Jahr erhielt Krug den "Goldenen Löwen" als bester Seriendarsteller für "Liebling Kreuzberg". Im Jahr 2001 verabschiedete sich Manfred Krug von der Leinwand. Er würde maximal noch ein schönes Drehbuch annehmen, meinte er damals.

Der Sänger und Schauspieler wird am 8. Februar 75 Jahre alt. "artour" zeigt die Höhepunkte seiner ungewöhnlichen Karriere.

Zuletzt aktualisiert: 03. Februar 2012, 11:31 Uhr

artour-Beitrag

Lutz Pehnert

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