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artour | MDR FERNSEHEN | 17.01.2013 | 22:05 Uhr : Fische und Menschen im Plastikmeer

Eine Müllhalde aus Plastik - so groß wie Mitteleuropa - schwimmt als riesiger Strudel alleine im Südpazifik. Ein Meeresbiologe und eine Ausstellung in Hamburg warnen vor einem Kollaps der Weltmeere.

Plastikmüll an den Stränden und Meer.

Sechs Millionen Tonnen Plastik landen jedes Jahr in unseren Weltmeeren. Eine Müllhalde aus Plastik - so groß wie Mitteleuropa - schwimmt als riesiger Strudel alleine im Südpazifik. Meerestiere verfangen sich nicht nur darin, sie nehmen die durch Sonne und Reibung klein geschredderten Plastikteile als Nahrung auf. So landet der Müll, den wir scheinbar sehr weit von uns "entsorgt" haben wieder auf unserem Teller. Wir essen von unserer Müllkippe. Es soll niemand mehr sagen, er hätte eine Plastiktüte "weg"-geschmissen. Nein, dieses Zeug verfolgt uns. Und es ist gemacht für die Ewigkeit.

Plastikmeer
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Warum wir Plastikabfälle essen

Kein Mensch würde freiwillig Plastikmüll essen. Wir tun es aber. Unser Plastikmüll landet nämlich in den Weltmeeren und dort fressen es Fische, die wiederum wir essen.

17.01.2013, 22:05 Uhr | 06:52 min

Meeresbiologe Callum Roberts fordert einen "New Deal for the Oceans"

Der britische Meeresbiologe Callum Roberts warnt vor einem Kollaps der Weltmeere und hat in seinem hochgelobten Buch "The Ocean of Life", das demnächst auch in Deutschland unter dem Titel "Der Mensch und das Meer" erscheinen wird, einen "New Deal for the Oceans" entwickelt, der unter anderem unsere Konsumwelt neu überdenkt.

"Endstation Meer" in Hamburg führt die Plastikpest vor Augen

Sixpack-Ringe halten 400 Jahre, Plastikflaschen überdauern gar 450 Jahre. Nicht nur derlei Fakten präsentiert die Ausstellung "Endstation Meer" in Hamburg derzeit auf schlichten Schautafeln. Sie geht auch der Frage nach, wie die Verschmutzung diese Ausmaße annehmen konnte und wer dafür verantwortlich ist. Außerdem zeigt sie, welche Folgen der Müll im Meer für Tiere und Menschen hat.

Sowohl die Ausstellung als auch Callum Roberts' Buch machen eines klar: Wir müssen nicht nur unseren Plastikkonsum einschränken und mehr recyceln. Sondern wir müssen aufhören, in immer hysterischerem Tempo zu konsumieren und wegzuschmeißen.

Zuletzt aktualisiert: 17. Januar 2013, 23:19 Uhr

"artour"-Beitrag:

Von Ulf Kalkreuth

Buchtipp:

Callum Roberts:
Der Mensch und das Meer: Warum der größte Lebensraum der Erde in Gefahr ist
Deutsche Verlags-Anstalt
Übersetzt von Sebastian Vogel
450 Seiten
ISBN 978-3421044969
Preis: 24,99 Euro

Erscheint am 22. April 2013

Ausstellunsgtipp:

Endstation Meer?
Das Plastikmüll-Projekt

Museum für Kunst und Gewerbe
Steintorplatz
20099 Hamburg
Bis 31. März 2013

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