artour | MDR FERNSEHEN | 24.11.2011 | 22:05 Uhr : Andrea Röpke - wie eine Frau gegen Neonazis in Deutschland kämpft
Andrea Röpke berichtet seit mehr als 20 Jahren über die rechtsextreme Szene in Deutschland. Ihre Bücher und Reportagen zeigen, wie Neonazis die Gesellschaft unterwandern. Ihr neustes Buch "Mädelsache - Frauen in der Neonazi-Szene" handelt von rechtsextremen Frauen in einer männerdominierten Szene.
Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht neue, erschreckende Details über die Zwickauer Neonazis ans Licht kommen. Doch noch immer gibt es viele Ungereimtheiten und offene Fragen. Wie konnten die mutmaßlichen Täter so lange unentdeckt bleiben? Wie gefährlich ist der Terror von rechts wirklich? Sicher scheint: Die braune Gefahr wurde unterschätzt. Eine, die dort für Aufmerksamkeit sorgt, wo andere lieber wegschauen, ist Andrea Röpke. Seit 20 Jahren beschäftigt sie sich mit dem Thema Rechtsextremismus, berichtet für Fernsehmagazine und Zeitschriften und ist Autorin mehrerer Bücher. Die Journalistin lässt sich trotz massiver Drohungen nicht von ihren Recherchen abhalten.
Zunehmende Radikalisierung
Weil sie "trotz massiver physischer und psychischer Repressalien durch Neonazis" ebenso mutig wie unermüdlich über das rechte Milieu berichtet, erhielt sie 2006 den Medium-Magazin-Preis "Reporterin des Jahres". 2008 veröffentlichte sie mit Andreas Speit den Band "Neonazis in Nadelstreifen", der die Gratwanderung der NPD zwischen Verbürgerlichung und Einbezug gewaltbereiter rechtsextremer Gruppierungen aufzeigt. Er dokumentiert eindrucksvoll, dass das nach außen hin seriös-biedere Auftreten der Partei keineswegs gleichbedeutend mit der Abkehr von fremdenfeindlicher Ideologie und Gewalt ist. Andrea Röpke vertritt die Ansicht, dass die Szene sich radikalisiert.
artour-Beitrag
von Lars Friedrich
Buchtipps
Andrea Röpke, Andreas Speit:
Mädelsache!
Frauen in der Neonazi-Szene
Christoph Links Verlag, 2011
16,90 Euro
Andrea Röpke, Andreas Speit (Hrsg.):
Neonazis in Nadelstreifen.
Die NPD auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft
Christoph Links Verlag, 2008
16,90 Euro
