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artour | MDR FERNSEHEN | 19.07.2012 | 22:05 Uhr : Das traurige Schicksal von Schloss Hummelshain

Es ist ein herausragendes Zeugnis des deutschen Historismus und das letzte in Europa errichtete Residenzschloss. Wie kann es also sein, dass Hummelshain seit Jahrzehnten dem Verfall preisgegeben wird? "artour" rollt den Fall auf.

Jagd- und Sommerresidenz der Herzöge Sachsen-Altenburg und des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. König von Preußen

Zwischen 1880 und 1885 85 ließ Ernst I. von Sachsen-Altenburg das Jagdschloss in Hummelshain bei Jena erbauen. Ein Baudenkmal von Rang, wie es selbst der an derartigen Schätzen reiche Freistaat Thüringen nicht noch einmal hat. Aber schon seit Jahrzehnten ist es dem Verfall preisgegeben. Nach der Abdankung des letzten Herzogs erwarb 1922 ein Privatmann des Schloss. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde es als Lazarett genutzt. Von 1947 bis 1992 waren hier ein Kinderheim sowie der Jugendwerkhof "Ehre der Arbeit" untergebracht.

Folgenreiche Fehlentscheidung

Bereits 1993 stellte die Denkmalbehörde fest, dass Wasser durchs Schlossdach eindrang. Entgegen dem Rat der Fachleute des Thüringer Landesamtes für Denkmalpflege, das damals im Landesbesitz befindliche Jagdschloss der Thüringer Stiftung Schlösser und Gärten zuzuordnen, setzte die Oberfinanzdirektion alles auf eine andere Karte: Privatisierung. Verkauft wurde das Schloss 1998 durch die Landes- und Entwicklungsgesellschaft an die Firma Alpha Sat communication aus Leipzig, die sich verpflichtet hatte, das Schloss zu sanieren. Ihr Geschäftsführer Dr. Rothe wollte ein Forschungs- und Innovationszentrum auf dem Schlossareal bauen.

Verfall statt Taten

Die LEG lies es 2008 zu, dass die Alpha Sat als Eigentümerin ins Grundbuch eingetragen wurde und das obwohl Außenstände vom Kaufpreis in Höhe von ca. 300.000 Euro noch immer nicht beglichen waren. Noch zum Tag des Offenen Denkmals 2011 erzählte Dr. Rothe den staunenden Menschen tolle Geschichten: eine Schweizer Firma wolle das Schloss kaufen, 4,7 Millionen Euro in die Sanierung des Daches stecken. "Märchenonkel", so heißt Rothe inzwischen im Saale-Holzland-Kreis, "Nächste Woche schneit es Millionen", titelte die Lokalzeitung. Und das Schloss? Es verfällt weiter, denn saniert wurde bislang kaum, und wartet auf seinen Prinzen.

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Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2012, 23:22 Uhr

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