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Weitere Themen | 23.08.2012 | mit Videos!

50 Jahre Minirock

Frauen und Mädchen in Miniröcken auf dem Berliner Alexanderplatz (1972)
Frauen und Mädchen in Miniröcken auf dem Berliner Alexanderplatz (1972)

Sogar einen "Order of the British Empire" hat der Minirock bekommen. Gut, nicht er direkt, sondern seine Erfinderin Mary Quandt. Ende der 1950er-Jahre entwarf sie die ersten Miniröcke, die 1962 erstmals groß in der "Vogue" vorgeführt worden. Von da an eroberten sie die Laufstege. Mindestens eine Handbreit mussten die kurzen Stöffchen über dem Knie enden, sonst durften sie sich nicht Minirock nennen. Zur Verleihung des Ordens durch die Queen kam Mary Quandt natürlich im Minirock in den Buckingham Palace.

Nach den spießigen 1950er-Jahren schnellte die Saumlänge des Rockes nach oben: Freie Beine für einen freien Kopf. Der Mini wurde nicht nur Trend, sondern auch ein politisches Statement. Er stieg auf zum Symbol für die sexuelle Befreiung der Jugend und für die Loslösung von den Moralvorstellungen ihrer Eltern.

Den Durchbruch des Minirocks hat die Schauspielerin Maren Kroymann, Jahrgang 1949, selbst miterlebt. "artour" wagt mit ihr einen kabarettistischen Blick auf die Moderevolution. Außerdem erzählt Dorothea Melis, die frühere Chefredakteurin der Frauenzeitschrift "Sybille", wie schwer es der Minirock in der DDR hatte. Jeans und Minirock galten damals als Inbegriff westlicher Dekadenz und widersprachen völlig dem sozialistischen Dresscode. Doch auch die DDR-Jugend trug irgendwann Minirock. Und wie steht es heute um ihn? "artour" hat mit der Modejournalistin Grit Thönnissen heutige Beinkleider beäugt.

"artour"-Beitrag von Norbert Kron

50 Jahre Minirock - Hier gibt es den Beitrag und zwei Bonusvideos!

Goethe-Medaille für Bolat Atabayev

Der kasachische Regisseur Bolat Atabajev (undatiertes Handout).
Bolat Atabayev

Wer in Kasachstan offen Regimekritik äußert, lebt gefährlich. Das bekam auch Theatermacher Bolat Atabayev zu spüren. Weil er sich im vergangenen Jahr mit streikenden Ölarbeitern in Schanaozen solidarisiert hatte, deren Demonstrationen für die Auszahlung von Mindestlöhnen blutig niedergeschlagen worden waren, wurde Atabayev im Juni ins Gefängnis gesteckt. Zweimal hatte er gemeinsam mit dem politischen Aktivisten Schambulat Mamai die Streikenden besucht und in Almaty eine Benefizaufführung organisiert.

Die Inhaftierung Atabayevs sorgte weltweit für Proteste. Auch in Deutschland setzten sich Kulturschaffende wie Volker Schlöndorff und Roberto Ciulli für ihn ein. Mit Erfolg: Im Juli durfte Atabayev das Gefängnis verlassen, obwohl er sich hartnäckig geweigert hatte, eine Mitschuld bei der angeblichen "Anstiftung zu sozialen Unruhen" einzugestehen oder gar andere Regimekritiker zu belasten.

Der Regisseur und Mitbegründer des Deutschen Theaters in Almaty ist immer wieder mit seinen Inszenierungen und Stücken für demokratische Verhältnisse eingetreten. Unerschrocken rührte Atabayev an Tabus, thematisierte den Genozid an den Wolgadeutschen in Kasachstan und prangerte die Korruption in seiner Heimat an. "Für mich hat das Theater etwas mit der Stärkung des Immunsystems der Gesellschaft zu tun", sagt er. Am 28. August wird er in Weimar mit der Goethe-Medaille für sein Lebenswerk und als "mutiger Kämpfer für demokratische Strukturen" ausgezeichnet.

"artour"-Beitrag von Marcus Bensmann und Joachim Gaertner

Weimar: Goethe-Medaille für Veisaite, Karahasan und Atabajew

In Weimar sind im Rahmen des Kunstfestes "pèlerinages" die Goethe-Medaillen verliehen worden. Sie gehen an eine Literaturwissenschaftlerin aus Litauen, einen Autor aus Bosnien und einen Theaterregisseur aus Kasachstan. [mehr]


Zuletzt aktualisiert: 29. August 2012, 09:31 Uhr

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