Weitere Themen | 30.08.2012 | Mit Videos
Denkmalstreit in Leipzig
Der friedlichen Revolution soll ein Denkmal gesetzt werden. Leider scheitert dies an der friedlichen Einigung darüber, welcher Entwurf der beste sei. Vergangene Woche verkündete der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung, dass keiner der drei Wettbewerbssieger umgesetzt wird. Man ist wieder bei Null. Peinlich empfinden es einige, skandalös andere. Es scheint, als wollten alle endlich ein Denkmal, aber keiner weiß, wie es aussehen soll. Der Wilhelm-Leuschner-Platz am Ring bleibt so lange leer.
Das geplante Einheitsdenkmal soll an die Ereignisse im Herbst 1989 erinnern. Vielleicht sind die Diskussionen so emotional, weil so viele dabei waren, vielleicht die Kritiken so zahlreich, weil es jeden irgendwie betrifft. "artour" fragt, warum die Vorschläge für das Denkmal immer wieder auf so herbe Ablehnung stoßen und spricht darüber mit dem damaligen Universitätsrektor Cornelius Weiss, dem amtierenden Kulturbürgermeister Michael Faber sowie Tobias Hollitzer, Sprecher der Initiative "Herbst '89".
"artour"-Beitrag von Meinhard Michael
Die Echse und Freunde - Michael Hatzius und sein Puppenspiel
Die Echse ist über vier Millionen Jahre alt. Aristoteles, Kleopatra, Jesus Christus - kein bedeutender Prominenter, kein historisches Ereignis der Kulturgeschichte ist der Echse fremd. Michael Hatzius ist der Mann hinter der Echse. Der 30-Jährige studierte an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch", Abteilung Puppenspiel in Berlin.
Ursprünglich wollte Michael Hatzius Schauspiel studieren, doch dann entschied er sich fürs Puppenspiel. Mit der Echse hat er eine besondere, mittlerweile sehr erfolgreiche Figur geschaffen. Seine Tour 2011 und 2012 war nahezu ausverkauft. 2012 wurde Michael Hatzius mit dem Publikums- und dem Jurypreis beim Kleinkunstpreis der "Wühlmäuse" und dem Prix Pantheon geehrt. "artour" verlost in der Sendung zweimal zwei Freikarten für seinen Auftritt am 7. September im Theater Wechselbad.
"artour"-Beitrag von Tom Franke
Robert Wilson und die "Via Crucis"
Es ist der Höhepunkt des diesjährigen Weimarer Kunstfestes: Liszts Spätwerk "Via Crucis", aufwendig in Szene gesetzt vom amerikanischen Regisseur und Lichtkünstler Robert Wilson. Das Oratorium über die 14 Kreuzwegstationen ist in Weimar damit als eine Klang- und Lichtinstallation zu erleben. Sämtliche Fakultäten der Bauhaus-Universität sind an dem Projekt beteiligt, ebenso der Chor und das Studio für Elektroakustische Musik der Hochschule "Franz Liszt". Wilson setzt mit den Studenten seine Vision in einem großen Experimentalbau um: Fünf Meter hohe Wände aus halbtransparenten Plastikbehältern, 270 Stück gesamt. Dazu kommen mehrere hundert Baupaletten, in einer Sammelaktion zusammengeborgt. Mit der Mischung aus Skulptur und multimedialen Installationen entsteht ein Kontrastprogramm zu seiner Inszenierung. Zu erwarten haben wir eine abstrakte und beeindruckende Szenerie. Wilson sorgt mit seiner Installation in der Kunstwelt für Aufsehen. Das ist nichts Neues für den 70-Jährigen. "artour" stellt Robert Wilson vor und spricht mit ihm über sein Projekt und seine Vision für Weimar.
"artour"-Beitrag von Andreas Lehmann
Karl Stülpner - Eine sächsische Legende
Im 18. Jahrhundert war er der Volksheld des Erzgebirges: Karl Stülpner kämpfte gegen soziale Missstände, indem er raubte, schmuggelte, jagte und mit der Beute die Armen versorgte. Geboren und aufgewachsen im kleinen Dorf Scharfenstein erlebt der junge Karl immer wieder die Ungerechtigkeiten, die unter der Familie von Einsiedel herrschen. Früh verlässt er sein Elternhaus, um zum Militär zu gehen und seinen Unterhalt selbst zu verdienen. In Europa herrscht Unruhe. Das Feudalsystem verliert nach und nach seinen sicheren Stand.
Karl Stülpners Wege führen ihn immer wieder zurück ins Erzgebirge, was nicht zuletzt an seiner großen Liebe, Christiane Wolf, liegt. Allem Anschein nach reizt ihn das Risiko, denn sie ist die Tochter des Dorfrichters, der sich Karl Stülpner nicht als einziger hinter Gittern wünscht. Sein aufreibendes Leben ist nun in der Reihe "Geschichte Mitteldeutschlands" neu verfilmt worden. "artour" stellt die Geschichte Karl Stülpners vor.
"artour"-Beitrag von Marcus Fitsch
