artour | MDR FERNSEHEN | 20.09.2012 | mit Videos : Weitere Themen bei "artour"
Michael Hanekes neuer Film "Liebe"
Michael Haneke ist zweifellos einer der wichtigsten Regisseure Europas. Seine Filme irritieren und verstören. Die Sujets des Österreichers handeln von Zwischenmenschlichem, Abgründen, Machtspielen und Liebe. "Nur im Schmerz kommen die Menschen zueinander und zu sich selbst", sagt er selbst. Haneke gewann in den vergangenen Jahren viele Preise für seine Filme, darunter "Die Klavierspielerin", "Caché" und "Funny Games". Für seinen letzten Film "Das weiße Band", gewann er in Cannes den Hauptpreis des Festivals, die goldene Palme.
Mit seinem neuen Film "Liebe" - konnte er sie nun gleich zum zweiten Mal entgegennehmen. Es ist einer der besten Filme der letzten Jahre und ist auch als bester fremdsprachiger Film für den Oscar nominiert. In "Liebe" geht es um ein Ehepaar, beide um die 80 Jahre alt, das sich innig liebt. Die Beziehung wird auf eine harte Probe gestellt wird, als sie einen Schlaganfall erleidet. Er kümmert sich aufopferungsvoll um sie - bis zu ihrem Tod. Es ist ein Film über das Altern, den Schmerz, die Liebe. Mehr über den Regisseur und Drehbuchautor Michael Haneke in einem "artour"-Porträt.
"artour"-Beitrag: Lutz Pehnert
Zum Auftakt: Kristjan Järvi dirigiert "Carmina Burana"
Sein Gesicht ist in Leipzig momentan vielerorts auf Plakaten und Titelblättern zu sehen. Es macht neugierig, das charismatische Lächeln eines jungen Mannes, der offensichtlich etwas von seinem Metier versteht: Kristjan Järvi ist ein Dirigent mit ausgezeichnetem Ruf, dirigierte quasi schon alle großen Orchester der Welt und wird ab sofort in Leipzig das MDR SINFONIEORCHESTER leiten. Damit tritt er die Nachfolge von Fabio Luisi und Jun Märkl an.
Die New York Times bezeichnete Järvi als die "Wiedergeburt Leonard Bernsteins". Dementsprechend sind die Erwartungen an den Estländer, der derzeit in Florida - und nun auch Leipzig - lebt, sehr groß. Järvi hat vor, frischen Wind in das Orchester zu bringen, seine Kreativität auszuleben. Er spricht über multimediale Projekte und die Zusammenarbeit mit renommierten Komponisten. Sein Debüt wurde am vergangenen Samstag gefeiert. Er eröffnete die neue Spielzeit mit Carl Orffs "Carmina Burana" im Gewandhaus. "artour" spricht mit Järvi über seine Erfahrungen mit dem MDR-Sinfonieorchester, seine Pläne und seine Ziele in Leipzig.
"artour"-Beitrag: Anna Schmidt
Buch "Schwarzes Eis" von Sergej Lochthofen
Am Morgen nach seinem 30. Geburtstag klopft es an seiner Tür. Kommissare des sowjetischen Geheimdienstes führen ihn ab. Ohne Gerichtsurteil wird Lorenz Lochthofen zur Zwangsarbeit im gerade entstehenden Arbeitslager "Workuta" am Nordpolarmeer verbannt. Erst viele Jahre später soll er es verlassen. Im Buch "Schwarzes Eis" erzählt der Journalist Sergej Lochthofen die außergewöhnliche Lebensgeschichte seines Vaters:
Der Jungkommunist Lorenz Lochthofen war in die Sowjetunion gegangen und wurde 1937 ein Opfer der stalinistischen Säuberung. Er entging nur knapp dem Todesurteil, da man ihn dank seiner Schlosserkenntnisse gebrauchen konnte. "Workuta", ein Arbeitslager, in dem bei unmenschlicher Kälte Kohle abgebaut wurde, baute er mit auf. Nach seiner Haft lebte er in sogenannter "ewiger Verbannung" weiterhin in Workuta, lernte dort seine Frau kennen und bekommt zwei Söhne, Pawel und Sergej. Erst Jahre nach seinem ersten Antrag darf er 1958 endlich ausreisen. Er geht in die DDR. In Sömmerda beginnt sein zweites Leben. Er wird zum Leiter des Büromaschinenkombinats. Lorenz Lochtofen war zum Schweigen verpflichtet - über seine Zeit in Russland und sein Leben im Gulag. Sein Sohn spricht in "artour" über die spannende Geschichte seines Vaters, die sowohl ein Teil der deutsch-russischen Geschichte ist, als auch Aufschluss gibt über die DDR unter Walter Ulbricht.
"artour"-Beitrag: Norbert Kron
Ausgespielt? - Kinderspiele am Computer
Computerspiele werden immer realistischer. Boom, boom, bang und man ist einziger Überlebender in einer virtuellen Szenerie. Die Frage, die von Experten schon seit Jahren kontrovers diskutiert wird, ist, wie gefährlich die Spiele für Kinder und Jugendliche sind. Doch auch andere Spiele stehen unter Generalverdacht, dick und dumm zu machen. Strategiespiele versus Bewegungsmangel, Taktikschulung versus Vereinsamung.
Argumente gibt es en masse. Seit fünf Jahren erforscht das Computerspiele-Institut in Erfurt das Pro und Kontra der Computerspiele. Machen diese Spiele wirklich dick, dumm und doof? "artour" beleuchtet die Klischees.
"artour"-Beitrag: Anna Pruggmayer
Angaben zum Film:
"Liebe"
Frankreich, Deutschland, Österreich 2012
Regie: Michael Haneke
Darsteller:Jean-Louis Trintignant (Georges), Emmanuelle Riva (Anne), Isabelle Huppert (Eva)
Kinostart: 20.9.2012
Buchtipp:
Lochthofen, Sergej:
Schwarzes Eis
Der Lebensroman meines Vaters.
Rowohlt, Reinbek, 2012
ISBN 3-498-03940-7
19,95 EUR



