Barrierefreiheit Was ist "Leichte Sprache" - in schwerer Sprache

"Leichte Sprache" - das ist ein Konzept, das Texte stark vereinfacht. Damit können viele Menschen mit Behinderung die Inhalte besser verstehen. Deshalb leistet es einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe.

Die Zielgruppe sind Menschen mit Lern-Schwierigkeiten. Sogenannte funktionale Analphabeten können zum Beispiel Texte in Leichter Sprache besser verstehen. Das sind Menschen, die zwar lesen und schreiben, aber komplexen Sätze nicht verstehen und diese auch nicht wiedergeben können. Nach einer Studie der Universität Hamburg trifft das auf mehr als sieben Millionen Bundesbürger zu. Die vereinfachten Texte helfen aber genauso Hörgeschädigten, zum Beispiel solche, die von Geburt an taub sind, oder auch älteren Mitbürgern und auch Migranten.

Nicht nur "Kürzen von Texten"

Kurz gefasst: Ein Satz in "Leichter Sprache" sollte nicht mehr als sechs Wörter haben, keine Nebensätze und keine Fach- oder Fremdworte enthalten. Tatsächlich sind die Grenzen etwas fließender. Manche Begriffsklärungen benötigen sogar häufig mehrere Sätze, deshalb ist "Leichte Sprache" nicht einfach nur "ein Kürzen von Texten". Formal spielen außerdem Schriftart und -größe eine wichtige Rolle. Zusätzlich werden die Textinhalte mit Bildern gestützt.

Geprüfte Texte

Ob der Text von den genannten Nutzern verstanden werden kann, das prüfen Menschen mit den spezifischen Behinderungen. Diese Prüfung erfolgt nicht über Fragebögen, sondern die Prüfer müssen den Inhalt bzw. das, was sie verstanden haben, wiedergeben.

Am Ende steht ein Text, den auch Menschen mit einer geringeren Lesekompetenz lesen und verstehen können. Damit verfügen sie über das Wissen, das ihnen hilft, ihr Leben selber in die Hand zu nehmen - ganz im Sinne der Inklusion.

Zuletzt aktualisiert: 22. Dezember 2016, 15:13 Uhr