Rabbani – Ein Attentat und seine Folgen

Burhanuddin Rabbani

Rabbani ist tot. Als uns Dienstag spätabends die Nachricht erreichte, konnten wir es kaum glauben. Burhanuddin Rabbani spielt seit mehr als 20 Jahren eine wichtige Rolle in der afghanischen Politik. Der Tadschike war Präsident des Landes, politischer Führer der Nordallianz, die die Taliban 2001 besiegt hatten, zu letzt hatte er den Vorsitz des „Hohen Friedensrates“. Diese letzte, vielleicht schwierigste Aufgabe, hat er mit seinem Leben bezahlt.

Vom Präsidenten persönlich ins Leben gerufen, sollten unter seinem Vorsitz dutzende Mitglieder des „High Peace Council“ den innerafghanischen Versöhnungsprozess mit den Taliban vorantreiben.

Burhanuddin Rabbani während seiner Präsidentschaft

Wir haben das Hauptquartier des Rates in Kabul vor wenigen Wochen besucht, um Interviews zu führen. Dort trafen sich Politiker und Stammesführer, um die Chancen für eine politische Lösung des militärisch nicht lösbaren Konfliktes in Afghanistan auszuloten. Mitglieder des Rates haben uns bestätigt, sie haben Kontakte in alle Richtungen, natürlich auch zu den Taliban.

Auch der mutmaßliche Attentäter, er soll sich Esamtullah genannt haben, gab sich als ein Abgesandter der Taliban aus. Er hatte, so erzählen uns auch die afghanischen Kollegen, tagelang auf das Treffen gewartet, als Gast des Friedensrates. Bei der Begegnung mit Rabbani zündete er den Sprengsatz, der offenbar in seinem Turban versteckt war und tötete den ehemaligen Präsidenten.

Rabbani und Karzai

Der Schock sitzt tief im politischen Kabul. Eine weithin geachtete Persönlichkeit wie Rabbani ist nur schwer zu ersetzen. Sein Tod ist ein schwerer Schlag für jeden Ansatz eines innerafghanischen Friedensprozesses. Nicht wenige aus dem politischen Lager der ehemaligen Nordallianz, Vertreter der Tadschiken und Usbeken halten Verhandlungen mit den Taliban schon lange für Zeitverschwendung, sie könnten sich bestätigt sehen. Die Spannungen wachsen zwischen den Völkern Afghanistans. Zwischen den Paschtunen, die den Süden und Osten dominieren und den Tadschiken und Usbeken, die den Norden des Landes beherrschen.

Das ist Stoff für neue Alpträume westlicher Diplomaten: Bis 2014 zieht ein Großteil der Truppen ab, danach droht Afghanistan wieder in einem Bürgerkrieg der Völker und Stämme zu versinken. Sowie damals, 1989, nach dem Abzug der sowjetischen Truppen  vom Hindukusch. Übrigens, aus dem Bürgerkrieg der 90er Jahre gingen die Taliban als Sieger hervor. Wiederholt sich Geschichte in Afghanistan?

Dieser Beitrag wurde unter Alltag, Taliban abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setzen Sie ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten auf Rabbani – Ein Attentat und seine Folgen

  1. Alexei sagt:

    Hallo, ich bin mal so frech und poste mal was auf deiner Seite. Sieht toll aus! Ich benutze auch seit kurzem WordPress diverse Sachen verstehe ich aber noch nicht. Deine Seite ist mir da immer eine gute Motivation. Weiter so!

  2. Ingmar sagt:

    Der Facebook Like Button wuerde sich gut auf der Seite machen, oder habe ich ihn uebersehen?