Symbol der Ohnmacht

Vier tage ist es her dass Talibankämpfer das Intercontinental-Hotel in Kabul angegriffen haben.
Mittlerweile weiß man, dass es neun Männer waren.

Beschädigt und vom Kampf gezeichnet steht das Gebäude auf einem Hügel im Westen der Hauptstadt.. Dutzende Soldaten und Polizisten stehen an der Rampe, über die man das Hotel erreicht.

Doch daneben liegt ein kleiner Eingang- eine Stahltüre ist offen und durch die gelangt man auf die Rückseite in einen Park. Bar bare heißt diese grüne Insel, die von vielen Kabulern als Naherholungsgebiet genutzt wird. Bänke unter Bäumen, kleine Stände an denen man etwas zu trinken kaufen kann.

Ein Weg führt direkt zum Hotel, kein Polizist weit und breit, nur eine Mauer, etwa 1.50 hoch und Stacheldraht, der an vielen Stellen unterbrochen ist.
Eine seltsame Stimmung liegt über diesem Park, als wir dort drehen. Eine Grabesstimmung liegt über dieser Szenerie, Glasscherben liegen auf dem Weg und Stofffetzen hängen in dem, was vom Zaun übrig geblieben ist.
Eigentlich wollten wir versuchen, ein paar Bilder zu bekommen, die vielleicht zeigen können, über welchen Weg die Terroristen ins Hotel gelangten und wie einige der Gäste es schafften, über den Garten und die Mauer schließlich ins Freie zu gelangen. Aber wir lassen es. Manches, was hier herum liegt, kann man nicht zeigen im Fernsehen und es ist auch nicht notwendig. Wir begnügen uns mit den „normalen“ Aufnahmen vom Hotel. Offensichtlich haben die Sicherheitskräfte an dieser Stelle, obwohl im öffentlichen Teil eines Parks, noch nicht ihre Untersuchungen begonnen.
Es schaudert uns bei den Gedanken, was sich dort abgespielt hat. Zu dem Zeitpunkt des Angriffs war eine Hochzeitsfeier in dem Hotel- eine Musikgruppe hat gespielt. Einen der Musiker haben sie erschossen.

Was soll man zu diesem Terror sagen? Wie soll oder kann man so etwas verstehen? Es ist uns unbegreiflich- beklommen und still laufen wir zurück durch die grüne Insel zum Auto, setzen uns mit unseren Sicherheitswesten in den Wagen fahren stumm zurück in die Stadt, um unsere Berichte zu machen.

Vier Tage ist der Anschlag nun her- Kabul scheint wie immer. Aber es fühlt sich anders an- ohnmächtiger.

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