Nachtrag: kostspielige Grußveranstaltungen von Sarkozy

Heute las ich in der Zeitung, dass diese Grußveranstaltungen wie die Voeux à la presse zu denen ich nicht hereingelassen wurde, dem französischen Steuerzahler teuer zu stehen kommen.  Insgesamt haben diese Jahresanfangs-Grußveranstaltungen in diesem Jahr wohl 6,5 Millionen Euro gekostet!

Dabei finde ich diese Sitte, dass der Präsident im Lande herumreist und vor allen möglichen Interessengruppen (Militär, Kulturschaffende, Arbeiter, Journalisten etc.) Jahresanfangs-Grüße vom Stapel lässt ohnehin seltsam.  Alle aber haben mir versichert, dass das vollkommen normal sei.

Nur hat Sarkozy dieses Jahr wohl soviele dieser voeux abgehalten wie noch nie in seiner Amtszeit.  Er war den ganzen Januar diesbezüglich unterwegs, quer durch Frankreich.  Da sage noch einer, dieser Mann, der offiziell noch gar nicht Kandidat für die Präsidentschaftswahlen ist, befinde sich nicht im Wahlkampf….

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Eine Antwort auf Nachtrag: kostspielige Grußveranstaltungen von Sarkozy

  1. Didier SCHEIBE-BAUZIERE sagt:

    Ach, unser kollektives Vergessen !

    Gestern stellte «Le Monde» anhand einer Umfrage fest, dass die Franzosen immer weniger Vertrauen in die moralische Integrität der Politiker haben.
    Bei Philippe BOUVARD und seinen «Grosses têtes» (Grosskopferten), eine nachmittägliche Instanz eines privaten Radiosenders, war gestern Renè DOSIERE zu Gast. DOSIERE ist ein unbarmherziger Analyst und Kritiker der Ausgaben der Exekutive. Und DOSIERE ist Député, Abgeordneter der Sozialisten in der Nationalversammlung.

    Er hat ein Buch geschrieben über die teilweise erheblichen Ausgaben SARKOZYS und der Regierung FILLON. Ein zweifellos gutes und notwendiges Werk.
    Kein Wunder also, dass die Runde um Philippe BOUVARD wissen wollte, ob DOSIERE das Honorar für sein Buch gespendet habe zum Wohl der Linken. Keine unbotmässige Frage, waren doch, nach eigenem Bekunden DOSIERES, Daten eingeflossen, welche er nur als Abgeordneter hatte erhalten können.

    Der gute Mann konnte nicht besonders lachen über diese Frage, denn er hatte das Honorar natürlich nicht gespendet. Wer hätte das gedacht!

    Dann kam die Sprache auf SARKOZY, der jährlich 15 000 € an den die öffentlichen Kassen überweise, um damit u. a. Essen mit seiner Familie zu begleichen.

    Ja, und MITTERRAND, die Ikone der Sozialisten, Präsident aller Franzosen von 1981 – 1995, unverzichtbares Tafelsilber der Linken ? Hat MITTERRAND nicht während seiner Zeit im Elysée seine uneheliche Tochter Mazarine und deren Mutter auf Staatskosten logieren und bewachen lassen? Schon vergessen?

    Es zeigt sich also, dass sich unsere politische Klasse in all ihren Farben auf’s Wulffen versteht.

    Die Präsidentschaftskandidatin der Grünen, Eva JOLY, war Richterin. Sie befasste sich sehr couragiert mit der Affäre Elf (auch in Deutschland einstmals ein heisses Thema). Als Eva JOLY 2002 wegen ihrer Untersuchung bedroht wurde, stellte sie sich der norvegischen Regierung zur Verfügung. Eva JOLY besitzt eine doppelte Staatsangehörigkeit.

    «Ich verliess Frankreich», liess sie die Franzosen wissen. Ich bin weggegangen, weil ich niemandem die Möglichkeiten und die Zeit lassen wollte sich zu rächen.»

    Mal angenommen, sie wird zur Präsidentin gewählt. Das Leben von Präsidenten kann sehr gefährlich sein, wie DE GAULLE (Petit Clamart, 1962) und auch CHIRAC (Parade am 14. Juli 2002) erfahren mussten. Wird sich Eva JOLY dann unter den Schutz der norvegischen Krone begeben?

    Die moralische Kompetenz und Qual der Wahl!