Im prunkvollen Elysée-Palast mitten in Paris residiert der französische Präsident, der bekanntlich noch Nicolas Sarkozy heißt. Gestern hatte er die Journalisten der Hauptstadt geladen, um vor ihnen die traditionellen Voeux à la presse (Jahresanfangsgrüße) an die Presse vom Stapel zu lassen. Doch auch wenn ich beim französischen Außenministerium als ausländische Journalistin akkreditiert bin (und dafür – so wird spekuliert – vom Geheimdienst durchleuchtet wurde) blieben mir die Türen des Elysée-Palastes verschlossen. So kann’s gehen.
Denn um hereinzukommen, brauchte man eine gedruckte Einladungskarte. Ich hatte nur eine e-mail verschickt mit Bitte um Anmeldung – das reichte wohl nicht. Deshalb haben mich die Polizisten am Einlass trotz Presseausweises eiskalt abblitzen lassen.
Und Dutzende Kollegen defillierten hübsch aufgebretzelt an mir vorbei. Vielleicht war es vor dem Hintergrund auch besser, dass ich nicht reinkam. Denn ich hatte meinen dicken Wollpulli und Cordhosen an, hab ich doch vorher lange bei einer Demo von Marine Le Pen in der Kälte herumgestanden. Nicht unbedingt Pariser Regierungsschick also…
Wer weiß: vielleicht habe ich jetzt eine der letzten Gelegenheiten verpasst, von Sarkozy im Elysée empfangen zu werden. Manche Kollegen wollten deshalb sogar Erinnerungsfotos von ihnen und Sarkozy als eventuell scheidenen Präsidenten schießen lassen. Wie ich hörte, ist das aber nur wenigen gelungen. Zu groß war wohl die Traube von Journalisten, die Sarko beim anschließenden Mini-Empfang ständig umschwirrten.