Wir haben unsere kleine Büro-Weihnachtsfeier in diesem Jahr am Weißen Haus gefeiert. Ein paar hundert Meter entfernt und für die Öffentlichkeit zugänglich steht dessen mächtiger Weihnachtsbaum.
- Panzertransport unter dem Weihnachtsbaum am Weißen Haus 2012.
Um ihn herum: 50 kleine Bäumchen aus Texas, Missouri, Iowa – für jeden der 50 Bundesstaaten einen. Daran hängen hängen großen durchsichtige Kugeln, deren Inhalt von diversen Schulen, deren Inhalt von Schulkindern gebastelt wurde (Holztannenbäume, Winterlandschaften, Briefe etc.). Und dann die Spielzeugeisenbahnen…
Rund um den großen Baum haben sie mehrere Eisenbahnstrecken aufgebaut. Bei einer Station transportieren die Waggons allerlei Kriegsgerät – darunter Panzer im Miniformat.
Das kam uns etwas seltsam vor, ist aber wahrscheinlich ein Gruß an das Militär, das ja in den USA sehr geschätzt wird.
Das Weiße Haus ist über Weihnachten übrigens verwaist, der Präsident verbringt die Feiertage traditionell auf Hawai.
Da in Amerika so viele unterschiedliche Nationen und Religionen leben, gibt es das typisch amerikanische Weihnachten immer weniger. Darum wünschen viele offiziell auch „Happy Holidays“ statt „Merry Christmas“. Das ist politisch korrekt, um Rücksicht auf andere Religionen und Atheisten zu nehmen. Die Weihnachtstraditionen in den USA wurden geprägt von den Einwanderern, die vor 300 Jahren aus Europa kamen und jeder hat eine eigene mitgebracht.
Die wichtigste kam vielleicht aus Dänemark, dort heißt der heilige St. Nikolaus „Sintalklaas“ und schon wurde der „Santa Claus“ daraus, der hier in Amerika die Geschenke bringt und das auch erst am 25. Dezember. Der 26. Dezember ist dann schon wieder ein ganz normaler Arbeitstag.

Das Weihnachtsornament der White House Historical Association 2012: der White Steamer für US-Präsident Taft 1909
Eine sehr schöne amerikanische Tradition sind die Weihnachtsbriefe. Familien schreiben darin, was das ganze Jahr über passiert ist: Geburtstage, Reisen, das neue Kaninchen, der neu Job – eine Art persönlicher Jahresrückblick mit Fotos für Familie und Freunde. Eine Adventszeit gibt es in den USA nicht, die Vorweihnachtszeit ist vor allem Partytime. Fast jeden Abend gibt es Holiday Cheers, man geht viel aus ins Theater, ins Musical und am allerliebsten in den “Nussknacker”. Amerikanische Familien lieben die Geschichte von dem Mädchen, das von seinem Onkel am Weihnachtsabend einen Nussknacker geschenkt bekommt, welcher sich dann in einen Prinzen verwandelt. Das Festessen gibt es am 25. Dezember mit Turkey, Schinken, Gemüse, Kartoffelbrei und Chrismas Pudding: Pudding, getrocknete Früchte, Rosinen und ein kräftiger Schuss Brandy dazu.
Ich verabschiede mich nun auch in die Weihnachtsferien. Silke und Rolf halten die Stellung. Happy Holidays, liebe Kollegen!!



