Das waren noch Zeiten, als wir ins Washingtoner Verizon Center gehen konnten, um ein NHL-Heimspiel der Wahington Capitals zu sehen – und damit Alex Ovechkin. Doch es bleibt dabei: der geniale Stürmer mit der Zahnlücke spielt in diesem Jahr überhaupt nicht mehr für seinen Washingtoner Arbeitsgeber.
Statt dem Puck im Rahmen der National Hockey League (NHL) nachzujagen, hält sich unser Caps-Star in der Kontinentalhockey-Liga (KHL) bei seiner früheren russischen Mannschaft Dynamo Moskau fit – und darf das auch ohne jede Vertragsstrafe. Ähnlich hält es Jewgeni Malkin: Eigentlich bei den Pittsburg Pengiuns unter Vertrag, hilft er derzeit Metallurg Magnitogorsk in deren Kampf um die Meisterschaft.
Diesmal hoffen die Ligaverantwortlichen und die Fans, dass sie wenigstens eine verkürzte Meisterschaft samt Stanley-Cup hinbekommen. NHL-Chef Gary Bettman hat erklärt, dass dafür pro Team mindestens 48 Spiele nötig seien. Diese Marke würde die Liga Anfang/Mitte Januar überschreiten. Bis dahin also müsste eine Lösung gefunden und von allen Seiten akzeptiert sein. Und worum geht es? Um Geld natürlich – vor allem im Form einer Gehaltserhöhung für die Spieler. Extrem umstritten ist aber auch die Frage der Vertragslaufzeit, wie man hört. Bislang sieht der Tarifvertrag der NHL keinerlei zeitliche Begrenzung vor. Die Spieler wollen nun jedoch eine Mindestlaufzeit von 8 Jahren durchsetzen. Die Eigner der us-amerikanischen und kanadischen Klubs sagen: 5 Jahre und kein bißchen mehr.
Das alles ist nicht schön für die hiesigen Eishockeyfans, aber wir haben ein Trostpflaster. Der Sportsender ESPN, der sehr viel freigewordene Sendezeit zu füllen hat, schaltet statt nach Toronto, Pittsburg, Columbus nun nach Moskau, Kiew und Prag. Statt NHL-Sport zeigt er Spiele der osteuropäischen KHL, und somit immer mehr der hier ausgesperrten NHL-Profis in Aktion.



