Leeres Eis in NHL-Hallen; Fans richten Blick nach Osten!

    

Auf dem Weg zum Caps-Heimspiel im Washingtoner Verizon Center (SH)

Das waren noch Zeiten, als wir ins Washingtoner Verizon Center gehen konnten, um ein NHL-Heimspiel der Wahington Capitals zu sehen – und damit Alex Ovechkin. Doch es bleibt dabei: der geniale Stürmer mit der Zahnlücke spielt in diesem Jahr überhaupt nicht mehr für seinen Washingtoner Arbeitsgeber.

Vater & Tochter: Ovechkin-Fans

Vater & Tochter: Ovechkin-Fans aus Washington (SH)

Statt dem Puck im Rahmen der National Hockey League (NHL) nachzujagen, hält sich unser Caps-Star in der Kontinentalhockey-Liga (KHL) bei seiner früheren russischen Mannschaft Dynamo Moskau fit – und darf das auch ohne jede Vertragsstrafe. Ähnlich hält es Jewgeni Malkin: Eigentlich bei den Pittsburg Pengiuns unter Vertrag, hilft er derzeit Metallurg Magnitogorsk in deren Kampf um die Meisterschaft.   

Was die dortigen Fans freut, die hiesigen zunehmend ärgert: die NHL-Saison 2012/13 fällt schon seit dem geplanten Anpfiff im Oktober aus, und nun hat die NHL-Führung auch noch sämtliche bis zum 30. Dezember geplante Spiele abgesetzt. Grund: Die jüngsten Vertragsverhandlungen zwischen den Klubbesitzern und der Spielergewerkschaft waren vorigen Donnerstag in New York frustrierend fruchtlos beendet worden. Ein neuer Gesprächstermin steht nicht fest. Damit wird nun fast die komplette erste Hälfte der Meisterschaftssaison ungespielt vergehen.  Ein Arbeitskampf ist in der nordamerikanischen Eishockeyprofiliga nicht ungewöhnlich. Die Saison 2004/5 wurde sogar vollständig abgeblasen.

NHL-Profis spielen derzeit...in russischen und tschechischen KHL-Klubs (SH)

Diesmal hoffen die Ligaverantwortlichen und die Fans, dass sie wenigstens eine verkürzte Meisterschaft samt Stanley-Cup hinbekommen. NHL-Chef Gary Bettman hat erklärt, dass dafür pro Team mindestens 48 Spiele nötig seien. Diese Marke würde die Liga Anfang/Mitte Januar überschreiten. Bis dahin also müsste eine Lösung gefunden und von allen Seiten akzeptiert sein. Und worum geht es? Um Geld natürlich – vor allem im Form einer Gehaltserhöhung für die Spieler. Extrem umstritten ist aber auch die Frage der Vertragslaufzeit, wie man hört.  Bislang sieht der Tarifvertrag der NHL keinerlei zeitliche Begrenzung vor. Die Spieler wollen nun jedoch eine Mindestlaufzeit von 8 Jahren durchsetzen. Die Eigner der us-amerikanischen und kanadischen Klubs sagen: 5 Jahre und kein bißchen mehr.

NHL-Spiel der Washington Capitals in einer vorherigen Saison (SH)

Das alles ist nicht schön für die hiesigen Eishockeyfans, aber wir haben ein Trostpflaster. Der Sportsender ESPN, der sehr viel freigewordene Sendezeit zu füllen hat, schaltet statt nach Toronto, Pittsburg, Columbus nun nach Moskau, Kiew und Prag.  Statt NHL-Sport  zeigt er Spiele der osteuropäischen KHL, und somit immer mehr der hier ausgesperrten NHL-Profis in Aktion.

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