Amerika geschockt über Amoklauf in Newtown

Fahne auf Halbmast in Newtown

Wir waren alle drei im Büro. Was nicht so häufig vor kommt, oft ist einer auf Dienstreise oder auf einem Termin, aber diesmal haben wir sie alle gemeinsam verfolgt, die Nachrichten, die wie ein Schneeball immer größer wurden und das Land überrollt haben. “Schiesserei in einer Grundschule”, leider haben wir uns an Schiessereien in diesem Land schon gewöhnt.  Als die erste Meldung kam mit einem Toten waren wir mit den Gedanken noch bei unseren anderen Themen, dem “fiscal cliff” zum Beispiel oder den gefragtesten Weihnachtsgeschenken in diesem Jahr. Doch nur wenige Minuten später waren all diese Themen völlig belanglos geworden. Über 20 Tote meldete das amerikanische Fernsehen, überwiegend Kinder zwischen 5 und 10 Jahren alt.  Wir funktionieren, führen Gespräche, versorgen die Programme mit Beiträgen und versuchen uns nicht vorzustellen , wie 20 erschossene Kinder aussehen. Es gab nur einen Verletzten, der Täter hat immer tödlich getroffen.  

Newton in Connecticut ist ein New England Idyll. Wälder, weihnachtlich geschmückte Häuser, eine wohlhabende Nachbarschaft. Warum hat hier eine Lehrerin drei Waffen zu Hause? Warum läuft ihr Sohn Amok, erschiesst seine Mutter, fährt in die Schule wo sie unterrichtet und richtet eine Katastrophe an? Auf diese Fragen gibt es noch keine Antworten. Er soll sehr verschlossen gewesen sein, autistisch, schwierig – das kann es nicht alleine gewesen sein. In diesem Neu England Idyll hat sich eine furchtbare Familientragödie abgespielt.

Obama bei seiner Ansprache

 Amerika ist fassungslos, die Fahnen wehen auf Halbmast, der Präsident hat Tränen in den Augen, bei seiner Ansprache versagt ihm immer wieder die Stimme. Aber wird er auch wütend genug sein, endlich der Waffenlobby die Stirn zu bieten? Es ist schon wie ein Reflex, nach jedem Amoklauf – und es waren vier im letzten halben Jahr – gehen sich Waffengegner und – Befürworter regelrecht an die Gurgel. Die einen fordern noch mehr Waffen, die anderen zumindest ein Verbot der Schnellfeuergewehre. Ich habe ehrlich gesagt wenig Hoffnung, dass die Politiker in Washington dieses heisse Eisen anfassen werden.

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