Darf ich vorstellen: Wir sind die Neuen

Gruppenbild VolontärsjahrgangAm Anfang war alles ganz aufregend. Ein bisschen kribbelig war mir damals zumute, als ich am 1. März an der Pforte in der Kantstr. stand, zu den Pförtnern sagte, ich sei Julian Kanth und ab heute Volontär. Zum Glück traf ich gleich da ein blondes Mädchen, Gesine, die sich ebenfalls als Volontärin vorstellte. So musste ich nicht alleine in den Seminarraum gehen, in dem die ersten schon saßen. Und bis 8.30 Uhr waren wir dann komplett, wir zehn Volontäre.

Das klingt jetzt alles so, als wäre das schon ewig her. Genau genommen sind es nicht mal zwei Monate. Aber irgendwie ist dieser erste Tag mit der Führung über das MDR-Gelände und den ersten Einführungen in die Eigenheiten von Fuhrpark und Verwaltung schon sehr weit weg. Es ist viel passiert. Wir haben mit den Hausjuristen über die Rechtsgrundlagen des MDR diskutiert, wissen jetzt, dass man brennende Menschen nicht mit Feuerlöschern löschen darf, sind über das Thema Reisekostenabrechnung aufgeklärt worden, haben ein erstes trimediales Seminarprojekt gemacht („trimedial“, das große Wort des Volontariats; ein Begriff übrigens, den außerhalb der ARD-Anstalten wahrscheinlich niemand benutzt), eine Radiosendung produziert und unsere Volo-Portraits auf die MDR-Internetseite gebracht.

Die ersten Wochen waren ein bisschen so wie früher die Schule – und ein bisschen so, wie ich mir die Uni mehr gewünscht hätte. Jeden Morgen fährt man in die „Schule“ (das BildungsCentrum), freut sich auf die Mitschüler (die anderen Volontäre), dann kommt ein Lehrer (der Trainer), der was erzählt, mit dem man diskutiert, dann kommt irgendwann die Mittagspause, man albert rum, kämpft gegen die Anfangsfehler, produziert etwas, wertet es aus und macht Feierabend.

Nach diesen ersten vier Wochen sind wir jetzt getrennt und über das ganze MDR-Sendegebiet verstreut. War auch gut, wie manche gesagt haben, weil wir sonst noch alberner geworden wären. Jetzt muss ich mich wieder erwachsen geben – mehr oder weniger. Meine erste Station ist Erfurt, das Landesfunkhaus Thüringen – ziemlich weit weg von den anderen, die in Halle, Magdeburg, Dresden, Dessau oder Leipzig sind.

Von daher war ich bei der Formulierung des ersten Satzes vielleicht etwas voreilig. Am Anfang WAR alles ganz aufregend – Nein, die Wahrheit ist, es IST alles ganz aufregend, spannend und neu. Und das im Moment noch fast jeden Tag.

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2 Antworten auf Darf ich vorstellen: Wir sind die Neuen

  1. Celine says:

    Man wird richtig neidisch, wenn man das so liest ;) Wie bist du denn an das Volontariat gekommen? Hab jetzt total Sorge, weil mein Studium dem Ende zu geht und ich bisher von allen gehört habe, dass Volontariatsplätze mehr schwer zu bekommen sind. Eine Freundin von mir hatte jetzt Glück und hat über ein Praktikum eine Festanstellung bekommen, aber ansonsten sind alle Geisteswissenschaftler am klagen. ^^

    • Julian Kanth says:

      Hi Celine. Sorry, dass die Antwort sooo lange auf sich hat Warten lassen. Für die Volo-Plätze beim MDR (und auch bei den anderen ARD-Anstalten) muss man ein sehr aufwändiges Auswahlverfahren durchlaufen. Das ist viel Arbeit und ohne journalistische Vorerfahrung durch Praktika und erste freie Mitarbeit in Redaktionen hast du praktisch keine Chance. Mehr Einzelheiten zu diesem Verfahren gibt es hier: http://www.mdr.de/volontariat/artikel78898.html Die Bewerbungsfrist für dieses Jahr ist leider abgelaufen – aber nächstes Jahr geht es wieder. Versuch es einfach mal, es lohnt sich! Viel Glück!