Praxisstationen: Intendanz oder Pforte?

Für uns ist es eine der wichtigsten Entscheidungen überhaupt im Volontariat. Oder besser gesagt: Drei der wichtigsten Entscheidungen. Denn in den letzten Wochen haben wir uns intensiv damit auseinandergesetzt, wie das mit uns in den nächsten Monaten weitergehen soll. Hat ja jeder so seine Vorstellungen.

Es muss kurz vor dem Jahreswechsel gewesen sein, als wir uns zum ersten Mal alle trafen, um endlich gemeinsam zu erörtern, wie wir die restliche Zeit des Volontariats eigentlich genau zu verbringen gedachten. Ein Tag, auf den wir Monate lang hingefiebert hatten. Mindestens. Spätestens seitdem wir am Anfang des Volontariats alle zum ersten Mal unseren Ausbildungsplan per Post bekommen und darin dieses eine, ominöse Wort gesehen hatten: “Wahlstation”

Gesucht: Germanys Next Wettermoderator

Wie wichtig das Thema “Wahlstation” für unseren weiteren Werdegang wirklich ist, wurde uns allen aber erst schlagartig bewusst, als der Kollege Duy Tran vom Vorgänger-Jahrgang seine Zelte vorübergehend bei Stefan Raab in Köln aufschlug – und kurz darauf einen Vertrag als MDR-Wetterfrosch unterschrieb. Gab es da etwa einen Zusammenhang?

Wir hingen also gespannt an den Lippen unserer Chef-Organisatorin Sylvia Dubberke, die uns die Formalitäten erklärte, ohne die es im öffentlich-rechtlichen Rundfunk natürlich nicht geht. Drei Praxisstationen an drei verschiedenen Orten sollten es schließlich für jeden sein: “Eine fürs Herz, eine für den Kopf und eine für den Geldbeutel. Oder so ähnlich.” Jeweils sechs, sieben oder acht Wochen Aufenthalt in einer fremden Redaktion: Das ist erstmal nichts, was wir aus dem Volontariat nicht schon kennen würden. Und trotzdem war es diesmal irgendwie anders.

Die ganz große Karriere

Denn diesmal durften wir selbst mitbestimmen. Und dabei ging es nicht um die Art von Mitbestimmung, wie sie in der DDR früher an der Tagesordnung war – nein, die Entscheidung lag wirklich einzig und allein in unserer Hand. Da sitzt man dann als Volontär erstmal da und überlegt hin und her, wo man denn in den nächsten Monaten seine Arbeitszeit am liebsten verbringen würde. Die Möglichkeiten sind dabei quasi unbegrenzt, was den Prozess der Entscheidungsfindung nur bedingt vereinfacht. Denn wir dürfen theoretisch wirklich in jede Abteilung des MDR reinschnuppern. Man überlege nur mal kurz, welche Folgen ein achtwöchiger Aufenthalt in der Intendanz haben könnte. Oder noch besser: Acht Wochen als Hilfskraft beim Pförtner!

Außerdem können wir unsere Stationen aber auch außerhalb des öffentlich-rechtlichen Hoheitsgebietes suchen. Wer also schon immer mal zur Ems-Vechte-Welle wollte – bitteschön! Will aber komischerweise niemand. Kann man schließlich nach dem Volo immer noch machen. Stattdessen warten nun also unter anderem Aufenthalte bei Sky Sport News HD, ARTE Tracks oder im ARD Hauptstadtstudio auf uns. Figarino freut sich genauso auf einen Volontär wie SSP, DAZ oder SPIO. Und wir alle werden dort und anderswo sicher tolle Wochen verbringen, ehe es dann in den Volo-Endspurt geht.

Über Martin Hoffmann

Vom Osten in den Westen und wieder zurück: Martin hat in den letzten Jahren viel erlebt. Das Volo hat er zum Glück bei der ersten Bewerbung gleich bekommen – und dann erstmal ein halbes Sabbatjahr eingeschoben. Nur eins bereitet dem Online-Fachmann darum jetzt noch Sorge: Dass irgendwer einen Weg finden könnte, das Internet abzuschalten. Mehr Infos über Martin Hoffmann »
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Eine Antwort auf Praxisstationen: Intendanz oder Pforte?

  1. Frank-Thomas Suppee says:

    Intendanz oder Pforte – ich dachte schon, da hat sich jemand für Radio Vatikan entschieden? Danke, dass Sie den Eindruck vermitteln, die Entscheidung sei völlig frei gewesen. War sie ja auch – solange nicht Rom, Washington oder Neu Delhi gefragt war. Euch allen viel Glück und besondere Einblicke – wo immer es Euch hingezogen hat. Bin auf Eure Lebenszeichen gespannt.