Still gestanden, sonst kracht’s um 8 beim Morgenmagazin!

Was für ein Programm – vergangene Woche noch in Bonn und Brüssel, heute schon eine eigene Sendung produzieren. 30 Minuten auf den Punkt – am Freitagabend! Dieser Herausforderung sollten wir zehn Volos uns stellen – ein Höhepunkt in unserer Ausbildung als Volontäre.

Montags begrüßt uns ein altbekanntes Gesicht – Reinhard Krol, der uns bereits seit unseren ersten Tagen im MDR begleitet. Wie bei Fernsehseminaren üblich wird er von Katrin Röger vom rbb tatkräftig unterstützt. Das Programm der beiden hat es in sich: drei Gruppen, drei Sendungen, fünf Tage Zeit. Und am Freitag heißt es dann bereits: Spot an, die Show läuft!

Aus anfänglicher Skepsis (“Was, schon wieder auf Knopfdruck kreativ sein?”) wird schnell helle Begeisterung, denn das Arbeiten im Team gestaltet sich einfacher als gedacht. Nach rund zwölf Monaten kennen wir Volos unsere Stärken und Schwächen – und so läuft das Zusammenspiel fast reibungslos.

“Und, schon nervös?”

In unserer Kiste “Klassiker aus einem Jahr Volontariat” werden die Höhepunkte ausgesucht, fernsehtauglich aufgemotzt und mit der nötigen Portion Format-Treue angereichert. Das Ganze eingebettet in kreative Moderationen, beeindruckende Grafiken und abwechslungsreiche Einspieler – und schon werden drei großartige Sendungen geboren. Eigentlich schade, dass sie “nur” für uns - und (noch) nicht im MDR-Fernsehen zu sehen sind.

Auch die Kollegen bei der Requiste staunen nicht schlecht, ob unserer langen und detaillierten Listen. Sylvia Dubberke, die Wächterin über die Kosten, drückt alle Augen zu, um unsere Sendungen zu dem zu machen, was sie für uns sind: Meilensteine! Dabei hat so eine Sendung natürlich ihre Tücken. Für Herausforderungen sorgen Rahmen und Zeitplan unserer Seminarleiter Katrin und Reinhard. Und natürlich unsere eigenen Ideen, unserer Anspruch und die vielen kleinen technischen Widrigkeiten (“Da wäre noch eine weitere Kamera toll, haben wir aber nicht”).

Gemeinsam für eine Sache

Dass sich Freitag von 15 Uhr bis spät in die Nacht hinein ein gesamtes Team bestehend aus Regisseur, Aufnahmeleiter, Technikern, Ton, Licht, Maske usw. um uns kümmert, ist eine Ehre und notwendige Voraussetzung. Dabei zeigt sich einmal mehr: Das bis dahin schon öfter erprobte Zusammenspiel zwischen Volos und Auszubildenden aller Lehrjahre funktioniert auch bei solchen Mammutprojekten. Nachts um 00.04 Uhr ist die letzte Sendung im Kasten. Wir sind zwar gerädert, aber wir lassen es uns nicht nehmen, gemeinsam zu feiern.

Als wir uns am Samstag bereits wieder um 10 Uhr treffen, um die fertigen Sendungen gemeinsam anzuschauen und auszuwerten, bleibt großes Gelächter nicht aus. Von militärischem Drill über MDR-Parodien bis zum wohl am spätesten aufgezeichneten Morgenmagazin in der Geschichte des Deutschen Fernsehens war alles vertreten. Wir haben geweint vor Lachen, waren erstaunt über bis dato versteckte schauspielerische Talente und vor allem: stolz!

So schnell kann es gehen

Die Erkenntnis, dass jeder von uns ganz schön gereift ist im vergangenen Jahr – persönlich wie beruflich – führt uns vor Augen: Das Ende naht! Von der anfänglichen Unbeholfenheit vor laufender Kamera ist keine Spur mehr zu sehen. Souverän meistert jede/r einzelne seine/ihre Aufgaben. Es wirkt fast als wären wir längst alte Hasen im Showbiz. Kein Wunder, dass die neuen Volos bereits in den Startlöchern stehen.

Über Sören Harder

Sören hat unzählige Umzüge hinter sich, ehe er in Leipzig sesshaft wurde. Denn hier fand er alles: Studium, Medien, Leben. Früher hätte er nie gedacht, dass er mal als Journalist arbeiten würde. Dann kam es trotzdem so und Sören hat sich verliebt in Nachrichten und Fakten. Mehr Informationen zu Sören Harder »
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