Wir können Radio! – Best-Of aus dem ersten halben Jahr beim MDR – Teil 2

Wer sich schon gefragt hat, wo denn der zweite Teil unseres kleinen Radio-Best-Ofs bleibt: Hier ist er endlich. Warum das so lange gedauert hat? Nunja, es war stressig in den letzten Wochen. Sicher, das ist eine mehr als dumme Ausrede – aber gut Ding will eben manchmal Weile haben. Umso schöner, dass der Text jetzt doch endlich fertig ist. Hier sind also die Plätze 5 bis 1 unserer Highlights aus dem ersten halben Jahr als MDR-Volontäre.

Platz 5: Raus aus dem Sessel und ran an die Stange!
Martin und Torsten würden als Sportfreaks diese Kategorie sicher gern auf Platz 1 sehen. Immerhin nerven sie die Gruppe seit Beginn der Bundesliga-Saison mit ihrem Online-Tippspiel. Doch Sport kann man auch ganz anders machen: Karoline zum Beispiel hängte sich beim Pole-Dancing-Selbstversuch gleich kopfüber an die Stange und zeigte vollen körperlichen Einsatz. “Für eine Reportage durfte ich zwei Stunden lang mit horizontalem Hüftaufschwung und lautem Quietschen an einer vertikalen Titaniumstange üben und in galanten Posen und kopfüber aus einem Meter Höhe baumeln. Ein bisschen peinlich ist das schon. Vor allem, wenn man sich dafür gerade den Fortgeschrittenenkurs aussucht.” In solchen Momenten ärgert man sich, dass Radio kein Fernsehen ist.

Stichwort "Putzfrau"

Platz 4: Stichwort “Putzfrau”
Wie gerne würden wir hier über einen unvergesslichen Vormittag im MDR-BildungsCentrum berichten, der nicht nur uns, sondern auch manch anderem MDR-Mitarbeiter einen Heidenspaß bereitet hat. Leider haben wir versprochen, die Details für uns zu behalten – damit auch unsere Nachfolger noch in den Genuss einer überdurchschnittlich redseligen Putzfrau kommen können.

Platz 3: Zwischen Motten und Sex – das nützliche Wissen nebenbei
Neben all dem journalistischen Radiohandwerk, das uns in den letzten sechs Monaten beigebracht wurde, lernen wir natürlich noch allerhand nebenbei. Frederike zum Beispiel machte Jagd auf die Traubenkirschen-Gespinnstmotte (Ja, die gibt es wirklich!). Und Sören war zusammen mit Oma Wustmann, ihrer elfjährigen Enkelin und deren Freundin auf der Spur der Luchse: “Eine ganze Menge Neues habe ich da gelernt. Zum Beispiel, dass die Tatzen eines Luchses so groß sind wie eine Kinderhand, damit sie im Schnee nicht einsinken – anders als bei dessen Lieblingsbeute, dem Reh, das stecken bleibt. Oder dass die Todesursache Nummer eins bei Luchsen der Autounfall im Wald ist!” Weniger tierisch ging es in meinem Telefoninterview mit der Berliner Sexologin Laura Méritt zu. Doch gerade dieses neu erworbene Wissen ist alles andere als unnütz – oder war schon mal jemand auf einem Vortrag über die weibliche Ejakulation?

Platz 2: Verliebt …

Stefanie Becker bei ihrem Interview mit Moritz Bleibtreu

Immer locker bleiben – als Journalist läuft man so manchem Promi über den Weg. Mit der Crew von “In aller Freundschaft” sitzen wir in der Kantine und Peter Maffay oder Didi Hallervoorden lassen sich auch von Volos ausquetschen. Schlagerstars wie Helene Fischer oder Heino geben sich im MDR ja sowieso die Klinke in die Hand. Die meisten Berühmtheiten hat aber wohl Torsten in seiner Zeit bei Sputnik abgeräumt: East 17, Jennifer Rostock, Samy Deluxe und Reiner Haselhoff.
Ich selbst habe mich beim Interview mit Moritz Bleibtreu gleich so sehr verknallt, dass ich konsequent das “Du” und “Sie” vertauscht habe. Etwas blöd, wenn das Interview Live-on-Tape gesendet werden soll. Aber er war einfach umwerfend sympathisch! Der für die Jungs wohl schönste Promi war Simone Thomalla, die Kommissarin Eva Saalfeld aus dem Leipziger Tatort. Ein Augenzwinkern mit mehrsekündigem (!) Blickkontakt im Vorbeigehen hat Marcus und Torsten förmlich dahinschmelzen lassen und ihnen einen regnerischen Tag im Ü-Wagen versüßt. Die beiden reden heute noch davon. Marcus: “Das war der schönste Tag im ganzen Volo!” Torsten: “Ach was, das war der schönste Tag in meinem ganzen Leben!”

Platz 1: Peter Schubert liest Klassiker der Katzenwitze
Auch wenn wir mit einem festen Job und einem klaren Ziel vor Augen ernsthafte und gute Journalisten werden sollen – zum Lachen wollen auch wir nicht in den Keller gehen! Glücklicherweise ist der Spaß schon laut Stundenplan in das Volontariat integriert. Ein dreitägiges Comedy-Seminar von Harald Schmidts Gagschreiber Christian Eisert hat uns zwar jegliche Illusionen in Sachen deutscher Comedy geraubt. Doch wir wissen jetzt, dass einfache Tabubrüche schon ausreichen können, um witzig zu sein. Mehr oder weniger. Der erste Platz in unserer Ranglist geht darum klar, deutlich und von allen neidlos anerkannt an “Peter Schubert liest Klassiker der Katzenwitze”. Für Außenstehende mag sich der Witz dahinter nicht ganz erschließen. Aber wer Peter kennt, weiß genau, was das für eine Herausforderung für ihn war. Für uns sind Peters Katzenwitze darum ungefähr auf einem Level mit der Vorstellung, dass Tom Buhrow “Tutti Frutti” moderiert.

Zum ersten Teil unseres kleinen Radio-Best-Ofs geht es hier entlang…

Über Stefanie Becker

Aus der Savanne ins MDR Funkhaus: Stefanie wäre wohl heute noch in Ostafrika unterwegs, wenn das Volo sie nicht nach Leipzig zurück gelockt hätte. Denn sie liebt das Abenteuer: auf Buschsafaris Elefanten fotografieren oder über holprige Straßen durch die Wildnis reisen. Aber auch Mitteldeutschland kann abenteuerlich sein. Und holprige Straßen gibt's schließlich auch hier. Mehr Informationen zu Stefanie Becker »
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