Es war der glorreiche Abschluss eines für alle MDR-Volos sehr aufregenden Jahres: Zwei abgebrühte Dozenten, sechs anstrengende aber erkenntnissreiche Tage, zehn Kameraausrüstungen und ein Motto, das alle vereint – kurz: das VJ-Seminar. Zusammen ergibt das zwölf glückliche Menschen und zehn neue Videojournalisten, die ab jetzt die MDR-Sendungen zum Flimmern bringen.
Das Beste kommt zum Schluss, muss sich das BildungsCentrum des MDR gedacht haben, als es die Seminare aufgeteilt hat. So haben wir mit großer Vorfreude auf Weihnachten das letzte Seminar im Jahr gestartet. Alexander Roth von „Exakt“ und Ulrich Mayer von „Außenseiter Spitzenreiter“ haben uns in der Woche mit der allergrößten Geduld alle Einzelheiten der Kamera näher gebracht. Weißabgleich, Fokus, Ton pegeln, Bildaufteilung all das beherrschen wir jetzt im Schlaf.
Probieren geht über studieren
So haben wir nach jeder Theorie-Einheit natürlich die Kamera selbst in die Hand genommen und die Leipziger Karl-Liebknecht-Straße unsicher gemacht. Ob Blumenladen, Weihnachtsbaum-Verkauf, Pfeifenmacher, Apotheke oder der Bäcker – kein Laden war vor uns sicher. Die Verkäufer hatten im Weihnachtsstress etwas Abwechslung und wir bekamen die nötige Routine um uns an das Abschlussprojekt zu wagen.
Diva/Avid
Doch vorher kam erst die Einweisung in das Schnittprogramm, denn ein VJ ist erst ein VJ, wenn Avid ver- und überstanden hat. Dank der “Schnitt for Dummies”-Erklärung der immer noch ruhigen Dozenten kein Problem.
Am Freitag war es dann soweit, wir hatten den nötigen Durchblick und sollten ihn uns dann auch verschaffen. Das Motto “Leipzig sieht” eröffnete dafür zahlreiche Möglichkeiten.
Ich war im Naturkundemuseum, dem Ende November von einem Tag auf den anderen die Dauerausstellung geschlossen wurde. Wegen Brandschutzbestimmungen dürfen keine Besucher mehr eingelassen werden. Der Direktor des Museums knipste für mich noch einmal das Licht an und gab mir eine Führung durch die leeren Hallen.
Aber auch die anderen Volos suchten sich tolle Themen:
- Leipzig sieht alles: Louisa Noack schaute dem Sicherheitsbeamten, der in der Tiefgarage unterm Augustusplatz die Monitore überwacht, über die Schulter.
- Leipzig sieht, was du nicht siehst: Marcus Fitsch wollte von einem Pfarrer wissen, was Glaube für ihn bedeutet.
- Leipzig sieht rot: Karoline Scheer begleitete Leipzigs Weihnachtsmann Nummer eins.
Leipzig sieht nichts, würde aber gerne
Insgesamt sind zehn sehr schöne Beiträge herausgekommen. Jeder mit seinem ganz eigenen Charme und natürlich der Handschrift eines jeden einzelnen von uns Volontären. Das ist es auch, was das Leben als VJ so spannend macht: Die Bilder, die man selbst im Kopf hat, braucht man nicht mehr lange einem Kameramann erklären, man setzt sie einfach selbst um.
Fotos vom Seminar und den Übungen: