Schlinge um Peter Madsen zieht sich immer weiter zu Kopf und Beine von vermisster dänischer Journalistin Kim Wall entdeckt

BRISANT | 07.10.2017 | 17:10 Uhr

Dänische Marinetaucher haben Kopf und Beine der vermissten Journalistin Kim Wall gefunden. Mitte der vergangenen Woche hatte die dänische Polizei die Suche nach den sterblichen Überresten der Frau wieder aufgenommen.

Bereits am Donnerstag hatte die dänische Polizei die Suche nach den sterblichen Überresten der vermissten Journalistin Kim Wall wieder aufgenommen. Nachdem die Ermittler im August ihren Torso gefunden hatten, wurden jetzt Kopf und Extremitäten der Journalistin am Grund der Ostsee entdeckt.

Taschen wurden mit Bleigewichten beschwert

Am Samstag Morgen gab der Chefermittler der Kopenhagener Polizei bekannt, dass man zuerst eine Tasche mit Kim Walls Kleidung gefunden habe.

In derselben Tasche befanden sich ein Messer und Bleigewichte, um die Tasche zu beschweren. Gegen Mittag haben wir dann erst das eine, dann das andere Bein gefunden. Kurz danach fanden wir dann den Kopf in einer zweiten Tasche. Die war mit Metallstäben beschwert.

Nachdem die Gerichtsmediziner Beine und Kopf untersucht haben und diese mit zahnärztlichen Daten abgleichen konnten, besteht kein Zweifel mehr: Es handelt sich um die Überreste von Kim Wall. Die Suche nach den Armen der Getöteten geht weiter.

Wurde Kim Wall enthauptet?

Die Ermittler wollen jetzt herausfinden, ob die 30-Jährige von dem dänischen Erfinder Peter Madsen enthauptet wurde. Der U-Boot-Bauer hatte Kim Wall zu einer Fahrt auf dessen U-Boot "Nautilus" eingeladen. Die Journalistin war zuletzt am 10. August gesehen worden, wie sie an Bord des Schiffes ging. Sie wollte eine Reportage über den Erfinder schreiben.

Am selben Tag verschwand das U-Boot. Die dänischen Streitkräfte starteten eine Suchaktion und orteten das Schiff 50 Kilometer südlich von Kopenhagen. Madsen wurde gerettet, das U-Boot sank. Als die Familie der Journalistin sie als vermisst meldete, wurde die Frau an Bord des Schiffes vermutet. Das Fahrzeug wurde geborgen. Von der Schwedin jedoch gab es keine Spur.

Dänischer U-Boot-Eigentümer in U-Haft

Peter Madsen
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Mitte der vergangenen Woche hatte die Staatsanwaltschaft bekanntgegeben, dass Peter Madsen auf einer Festplatte Gewaltvideos gespeichert hatte. Darauf ist zu sehen, wie Frauen gehängt und verbrannt werden. Peter Madsen behauptet, Mitarbeiter seiner Firma hätten die Videos hochgeladen. Er beharrt auf seiner Version, dass Kim Wall bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Der Erfinder bleibt weiterhin in Untersuchungshaft.

Zuletzt aktualisiert: 07. Oktober 2017, 18:46 Uhr