Matthias "Hauni" Haunholder und Matthias Mayr Abenteu(r)er extrem

BRISANT | 07.01.2017 | 17:10 Uhr

Den beiden Abenteurern Matthias Haunholder (37) und Matthias Mayr (35) ist es noch zu langweilig, sich einfach irgendwo mit dem Hubschrauber absetzen zu lassen und den weißen Hang runterzurauschen. Sie erobern schneebedeckte Berge, wo nicht mal mehr ein Hubschrauber landen kann. Der Weg dorthin ist schon das erste Abenteuer und über Temperaturen, wie wir sie gerade in Deutschland erleben, können die beiden Ski-Pros nur müde lächeln.

Man könnte meinen, Skifahren im absoluten Grenzbereich sei Nervenkitzel, Herausforderung und Abenteuer genug. Sie aber brauchen es noch extremer - an Hängen so steil, dass das Hinunterfahren sich nur unwesentlich vom freien Fall unterscheidet. Für sie hat die Höchstspannung am Berg noch eine tiefere Komponente. Die Rede ist von Freerider Matthias „Hauni" Haunholder, einstmals Profifahrer der Freeride World Tour, und Sportwissenschaftler Matthias Mayr. Er hat sogar seine Doktorarbeit übers Freeriden geschrieben.

Sie sind Sportler und Abenteurer, suchen sich an den entlegensten Winkeln der Welt Orte aus, an denen nicht nur das Skifahren eine Grenzerfahrung ist, sondern eben auch der Ort selbst! So zum Beispiel Ostsibirien: die kälteste bewohnte Region der Erde, Jahresdurchschnittstemperatur: - 43 Grad.

Matthias
Bildrechte: MDR/Fiscon Media

Ich habe eine Unterhose an, eine lange Unterhose, eine dicke Unterhose, eine Jogginghose, eine Thermohose und die Überhose - und das gleiche habe ich noch mal oben an.

Matthias "Hauni" Haunholder Expedition zum kältesten Ort der Welt in Ostsibirien (Gora Pobeda) am Rande der Chersky-Berge

Auch Onekotan ist einer dieser eigentlich unerreichbaren Orte - und gerade deshalb wollten die beiden dorthin! Eine Vulkaninsel des pazifischen Feuerrings, östlich von Russland gelegen - eine Insel im eiskalten Nichts. Noch nie zuvor ist dort ein Mensch Ski gefahren. Nicht nur sportlich, sondern auch logistisch und organisatorisch war das eine enorme Herausforderung.

Man muss sich vorstellen: Wir waren da 1.300 Kilometer von der nächsten Hubschrauber-Station weg. Wenn es dort schlechtes Wetter gibt, kann man sich auf niemanden verlassen. Aus diesem Grund haben wir uns bestmöglich vorbereitet.

Matthias "Hauni" Haunholder über die Expedition zum Vulkanberg Onekotan

Expeditionen ins Unbekannte

Neben der Expedition, des Eroberns des Unbekannten, dem Bestehen des Abenteuers, geht es auch immer darum, das Erlebte filmisch umzusetzen, über die Reise zu berichten.

Allein in den vergangenen acht Jahren sind auf diese Weise vierzehn Filme entstanden und inzwischen können die beiden sogar ihren Lebensunterhalt damit bestreiten. Aktuell bereiten die beiden Freerider die Vorstellung Ihres aktuellen Projekts "The White Maze" (Das Weiße Labyrinth) vor.


Filmografie Matthias "Hauni" Haunholder

  • 2015: Onekotan
  • 2014: The List
  • 2014: Enabled
  • 2013: Far Away
  • 2013: Aotearoa
  • 2012: Another day in Paradise
  • 2012: Freeride Deluxe
  • 2011: A history of snow
  • 2010: Up and Down
  • 2009: Made in Austria
  • 2009: Aestivation II
  • 2008: Fire and Ice
  • 2008: Snow in Georgia

Zuletzt aktualisiert: 09. Januar 2017, 09:25 Uhr