Gefiederte Abfangjäger Steinadler im Anti-Drohnen-Kampf

BRISANT | 27.02.2017 | 17:15 Uhr

Über den Köpfen der Deutschen schwirrt es immer häufiger. Spätestens im Jahr 2020 werden in der Bundesrepublik weit mehr als eine Million Drohnen unterwegs sein. Was für viele Hobbypiloten einfach eine schöne Freizeitbeschäftigung darstellt, ist aber auch ein Sicherheitsproblem. Vom Spannerflug über der auf dem Balkon im Bikini sitzenden Nachbarin bis zum drohenden Terroranschlag ist vieles möglich. Die französische Armee setzt im Kampf gegen die unbemannten Fluggeräte auch auf tierische Helfer.

Abgerichteter Adler fasst Drohne im Flug (Archivbild)
Mit kräftigen Flügelschlägen nimmt der majestätische Raubvogel Tempo auf, gleitet durch die Luft, geht in den Sturzflug über und greift mit seinen scharfen Krallen in vollem Flug zielsicher zu. Bildrechte: dpa

Benannt nach dem Romanhelden d'Artagnan und seinen Gefährten Aramis, Athos und Porthos, werden im südwestfranzösischen Mont-de-Marsan vier Steinadler zu gefiederten Abfangjägern ausgebildet. "Wir haben die Steinadler ausgewählt, weil sie robust und groß sind", sagt Falkner Gérald Machoukow. Vorbild ist dabei die niederländische Polizei, die den Einsatz von Adlern gegen Drohnen schon seit geraumer Zeit erprobt.

Das Ziel sind immerhin zwei, drei, vier Kilo schwere Drohnen, also ziemlich schwere und gefährliche Drohnen. Der Steinadler ist der einzige Vogel, der bei so einer Beute eingesetzt werden kann.

Falkner Gérald Machoukow

Den Jagdinstinkt der Vögel zunutze gemacht

Zarte drei Wochen waren die Tiere alt, als ihre Ausbildung begann. Den Baby-Steinadlern wurde das Essen auf ausgemusterten Drohnen serviert. "Nach und nach haben sie die Drohne mit Nahrung in Verbindung gebracht. Jetzt ist es für sie ein Automatismus: Die Drohne ist für sie ein Synonym für Nahrung", sagt Machoukow. Nach jeder erfolgreichen Übung bekommen die Steinadler ein Stück Fleisch als Belohnung.

Gefahr im Anflug

Experten warnen schon lange vor möglichen Risiken durch Drohnen: So kam es in der Nähe von Flughäfen immer wieder zu Beinahe-Kollisionen zwischen Drohnen und Flugzeugen. 2014 und 2015 beschäftigten mysteriöse Drohnenflüge über Atomkraftwerken die französischen Behörden. Mit Sprengstoff beladen könnten die ferngesteuerten Fluggeräte für Anschläge verwendet werden.

Stichwort: Steinadler Die Tiere haben ausgewachsen eine Flügelspannweite von mehr als zwei Metern, wiegen bis zu fünf Kilogramm und können außerdem ihre Beute aus zwei Kilometern Distanz ausmachen.

Zuletzt aktualisiert: 27. Februar 2017, 20:35 Uhr