Auto mit Handgranate in die Luft gesprengt Was steckt hinter Anschlag in Bremen?

BRISANT | 08.11.2017 | 17:15 Uhr

Eine Handgranate explodierte nachts in Bremen und beschädigte einen Mittelklasse-Kombi. Spuren führen angeblich zum Rocker-Milieu. Möglicherweise steht der Anschlag im Zusammenhang mit einem Vermisstenfall.

Polizisten neben einem Auto mit offener Motorhaube. Davor ist ein Absperrband zu sehen.
Das beschädigte Auto in einer Straße im Stadtteil Bremen-Vahr: Verletzt wurde durch die Explosion niemand. Es entstand ein Schaden von rund 8.000 Euro. Bildrechte: MDR/Nonstop News

In Bremen ist ein Auto in die Luft gesprengt worden. Verletzt wurde bei dem mutmaßlichen Anschlag in der Nacht zum Dienstag niemand, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Anwohner hatten eine laute Explosion gehört und die Beamten informiert. Als die Polizisten eintrafen, entdeckten sie den demolierten Mittelklasse-Kombi. Der Sprengsatz sei an dem Auto detoniert, sagte der Sprecher.

Zusammenhang zu Vermisstenfall?

Noch in der Nacht begannen die Ermittler mit der Spurensicherung. Am Dienstag suchten sie Zeugen. Die Hintergründe der Tat waren zunächst völlig offen. Erste Indizien aber nähren eine mögliche Verbindung ins Rocker-Millieu. Das bei der Explosion zerstörte Auto soll dem Vater des Ex-Hells-Angel-Chefs Rezan Cakici aus Oldenburg gehören. Der 29-Jährige wird seit dem Sommer vermisst, nachdem er aus dem Rockerclub ausgeschlossen und für "vogelfrei" erklärt wurde. "Ein möglicher Zusammenhang zwischen der Sprengstoffexplosion und einem Vermisstenfall aus Oldenburg wird derzeit geprüft", erklären Polizei und Staatsanwaltschaft.

Hinweise nimmt der Kriminaldauerdienst unter der Telefonnummer: 0421 362-3888 entgegen.

Polizei Bremen

"Warnung" aus dem Rocker-Milieu vermutet

Schon kurz nach Cakicis Untertauchen kam es zu einem ersten Anschlag auf seine Familie. Der Onkel des Ex-Rocker-Chefs wurde in seinem Laden erschossen. Sein Vater wurde dabei verletzt. Nun der neuerliche Anschlag - diesmal auf den Wagen des Vaters. Eine weitere Drohung Richtung Rezan Cakici? "Die Erstbewertung dieser Sprengstoffexplosion hat bei Beurteilung des Ortes und der Uhrzeit ergeben, dass es sich möglicherweise um eine 'Warnung aus dem Gewaltmilieu' und nicht um eine gezielte Tötungsabsicht einer Person handeln könnte", heißt es in einer Erklärung der Staatsanwaltschaft Bremen. Inzwischen ist klar, die Explosion wurde mit einer Handgranate herbeigeführt.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 08. November 2017 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. November 2017, 20:15 Uhr