Eine Seniorin fasst sich an die Stirn
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Alzheimer Die Krankheit des Vergessens

In Deutschland sind etwa eine Million Menschen an Demenz erkrankt, etwa zwei Drittel davon leiden an Alzheimer. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung sind immer mehr Menschen betroffen.

Eine Seniorin fasst sich an die Stirn
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Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Form der Demenz, einer Erkrankung, die Gedächtnis und Denkfähigkeit schneller trübt, als es bei gewöhnlicher Alterung der Fall ist. Von ersten Störungen des Kurzzeitgedächtnisses kommt es binnen wenigen Jahren zum Verlust der eigenen Persönlichkeit. In Deutschland sind etwa eine Million Menschen von einer Demenzerkrankung betroffen, etwa zwei Drittel davon leiden an Alzheimer. Die Zahl der Erkrankten wird künftig weiter zunehmen. Grund dafür ist die steigende Lebenserwartung der Menschen in den Industrienationen.

Je älter desto, höher das Risiko

Alzheimer ist eine Erkrankung des Alters: In der Altergruppe von 70 bis 74 Jahren sind laut Deutscher Alzheimer Gesellschaft unter drei Prozent betroffen, bei den 80- bis 84-Jährigen sind es 13 Prozent und bei den über 90-Jährigen bereits ein Drittel. Weniger als drei Prozent der Erkrankten sind unter 65 Jahre alt.

Ursachen und Symptome

Bei der Alzheimer-Erkrankung kommt es zum fortschreitenden Verlust von Nervenzellen in der Hirnrinde und in tiefer liegenden Hirnstrukturen. Gleichzeitig kommt es zu abnormalen Alblagerungen. Das Hirn schrumpft um etwa 20 Prozent.

Die Ursachen von Alzheimer sind noch unklar. Ein kleiner Teil der Krankheitsfälle ist erblich bedingt; bei 90 Prozent der Betroffenen ist keine Häufung der Krankheit in der Familie zu beobachten. Auch ein bisher unbekanntes Virus wird als Ursache in Betracht gezogen. Als Risikofaktoren gelten zunehmendes Alter und ein niedriger Bildungsgrad, der auf mangelnde Hirnreifung, geringe geistige Stimulation und Unterschiede im Gesundheitsverhalten hindeuten kann.

Die ersten Symptome von Alzheimer werden oft nicht mit der Krankheit in Verbindung gebracht: Kopfschmerzen, leichte Depressionen, Leistungsschwäche. Bald kommt es zu ersten Ausfallerscheinungen des Gehirns.

Frühwarnzeichen

1. Der Betroffene wiederholt immer wieder die gleiche Frage.

2. Er oder sie erzählt ständig dieselbe Geschichte mit denselben Worten.

3. Es gelingt nicht mehr, alltägliche Verrichtungen (Kochen, Kartenspielen, Benutzung der Fernbedienung) vorzunehmen.

4. Der Umgang mit Geld, Rechnungen und Überweisungen klappt nicht mehr.

5. Gegenstände werden verlegt oder unbewusst versteckt, Angehörige werden verdächtigt, sie weggenommen zu haben.

6. Der Patient weigert sich, sich zu waschen oder frische Kleider anzuziehen und behauptet fälschlich, dies gerade erst getan zu haben.

7. Er wiederholt an ihn gerichtete Fragen.

Mit dem Fortschreiten der Krankheit nimmt das Orientierungsvermögen stark ab, die sprachlichen Fähigkeiten verkümmern, die Persönlichkeit beginnt zu zerfallen. Im späten Stadium der Krankheit baut der Körper stark ab. Betroffene können ihren Alltag ohne ständige Pflege nicht mehr meistern. Nach der Diagnose leben die Betroffenen meist noch zwischen acht und zehn Jahren.

Die Heilung von Alzheimer ist bislang nicht möglich. Mit Medikamenten werden die Symptome behandelt. Das Voranschreiten der Krankheit wird so verlangsamt.

Vorbeugung

Einige Verhaltensweisen können laut Deutscher Alzheimer Gesellschaft das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, senken. Dazu gehören körperliche, geistige und soziale Aktivität; eine ausgewogene, cholesterin- und fettarme Ernährung; die Behandlung von Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und Diabetes Mellitus.

Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz
Friedrichstraße 236
10969 Berlin
Alzheimer-Telefon: 01803 171017 (0,09 Euro/min)

Zuletzt aktualisiert: 07. Oktober 2015, 14:05 Uhr