Nur 40.000 Kilometer Abstand Asteroid "schrammt" knapp an der Erde vorbei

BRISANT | 12.10.2017 | 17:15 Uhr

Der hausgroßer Asteroid "2012 TC4" ist am Donnerstagmorgen in etwa 40.000 Kilometern Entfernung an der Erde vorbeigerast. Die Distanz ist in astronomischen Dimensionen äußerst knapp. Zum Vergleich: Der Abstand Erde-Mond beträgt fast 400.000 Kilometer.

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Gefährliche Lage für Satelliten

Der kosmische Brocken wurde bereits 2012 entdeckt und hat nach Schätzungen der US-Raumfahrtbehörde Nasa einen Durchmesser zwischen zwölf und 27 Metern. Bei seinem Vorbeiflug am Donnerstag kam er der Erde auf bis zu 43.780 Kilometer nah. Damit passierte der Himmelskörper unseren Planeten weit innerhalb der Mondbahn: Die durchschnittliche Entfernung des Mondes von der Erde beträgt gut 380.000 Kilometer. Für geostationäre Sateliten hätte der Besuch durchaus gefährlich werden können, denn einige von ihnen fliegen in 36.000 Kilometern Höhe um die Erde.

Einen Einschlag des Asteroiden auf der Erde hatten die Wissenschaftler im Vorfeld definitiv ausgeschlossen. Internationale Forscher wollten den engen Vorbeiflug des Asteroiden nutzen, um ihre Fähigkeiten beim Aufspüren und weiteren Beobachten eines solchen Himmelskörpers zu testen: Seit vielen Jahren nehmen Astronomen die Umgebung der Erde genau unter die Lupe, um Asteroiden im Anflug möglichst frühzeitig zu entdecken.

Der Asteroid 2012 TC4
Der Asteroid "2012 TC4" Bildrechte: ESO / ESA / NEOCC / O. Hainaut (ESO), M. Micheli (ESA), D. Koschny (ESA)

Nächster Besuch von "2012 TC4" in 60 Jahren

Asteroiden gelten als Überbleibsel der Entstehung unseres Sonnensystems vor rund 4,6 Milliarden Jahren. Die meisten von ihnen ziehen fernab der Erde zwischen den Planeten Mars und Jupiter um die Sonne, manche können jedoch auch der Erde gefährlich nahe kommen. Ein Wiedersehen mit "2012 TC4" wird es erst im Jahr 2079 geben.

Immer wieder geraten Asteroiden auf Kollisionskurs mit der Erde. Ein ähnlicher großer Himmelskörper wie "2012 TC4" hatte im Jahr 2013 rund um die russische Millionenstadt Tscheljabinsk schwere Stoßwellen ausgelöst. Etwa 1.500 Menschen wurden verletzt, rund 7.000 Gebäude beschädigt.

Der Kondensstreif des Asteroid von Tscheljabinsk am Himmel am 15 Februar 2013
Der Kondensstreifen des Asteroid von Tscheljabinsk am Himmel am 15. Februar 2013 Bildrechte: ESA/ M. Ahmetvaleev

BRISANT-Beitrag zum Thema

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 12. Oktober 2017 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Oktober 2017, 18:44 Uhr