BRISANT

Gedenken an die berühmte Kinderbuchautorin : Zehnter Todestag von Astrid Lindgren

Brisant | 27.01.2012 | 17:15 Uhr

"Zwei mal Drei macht Vier widdewiddewitt und Drei macht Neune..." Wohl kaum ein Kind in Deutschland hat dieses Lied nicht wenigstens schon einmal gehört. Die Sängerin? Klar, Pippi Langstrumpf. Die Abenteuer des rothaarigen Frechdachses wurden in mehr als 50 Sprachen übersetzt und bescherten Astrid Lindgren Weltruhm. Vor zehn Jahren starb die schwedische Kindebuchautorin. Ihre Geschichten aber sind unsterblich.

Portraet der schwedischen Kinderbuchautorin Astrid Lindgren

"Erzähl mir was von Pippi Langstrumpf!", sagt die kleine Tochter. Der verrückte Name war ihr gerade eingefallen und Mutter beginnt nun, eine verrückte Geschichte zu erzählen: vom neunjährigen Mädchen mit roten Zöpfen und Bärenkräften, das mit einem Affen und einem Pferd allein in einer Villa lebt.

Dass nicht nur ihre eigene Tochter, sondern Millionen Kinder weltweit Astrid Lindgrens Geschichten zu hören bekommen, ist dem Stockholmer Wetter zu verdanken: Im Winter 1944 rutscht die Noch-nicht-Autorin bei Glatteis aus, verstaucht sich den Fuß, muss eine Woche im Bett liegen - und macht sich während dieser Zeit daran, all die Geschichten aufzuschreiben, die sie ihrer Tochter über Pippi Langstrumpf erzählt hat.

Das Geheimnis ihres Erfolgs

Ob Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga, Krümel Löwenherz oder Ronja Räubertochter - Kinder rund um den Globus verschlingen Astrid Lindgrens Geschchten. Ihr Erfolgsrezept?

"Es ist überhaupt nicht nötig, eigene Kinder zu haben, um Kinderbücher schreiben zu können. Man muss nur einfach selbst Kind gewesen sein - und sich daran erinnern, wie das war."

Kinderbuchautorin Astrid Lindgren

Eigensinnig und selbstbewusst

Astrid Lindgren und Inger Nilson, 1969
Astrid Lindgren mit der Pippi-Darstellerin Inger Nilson

Mit drei Geschwistern wuchs sie auf, auf einem Bauernhof in Näs bei Vimmerby, im südschwedischen Småland. Astrids Talent zu schreiben zeigte sich früh, in der Schule fiel sie durch gute Aufsätze auf und man nannte sie scherzhaft die "Selma Lagerlöf von Vimmerby". Sie selber ärgerte sich über den Vergleich mit der Literaturnobelpreisträgerin von 1909 - und fasste den Entschluss, niemals und auf keinen Fall zu schreiben. In den Zwanziger Jahren ließ sie sich die Haare kurz schneiden und erregte damit allerhand Aufsehen in der südschwedischen Provinz. Mit neunzehn Jahren wurde sie schwanger, jedoch ohne verheiratet zu sein - ein Skandal. Um Demütigungen zu entgehen, aber auch, um eigenständig und unabhängig zu bleiben, verließ sie die heimatliche Idylle. In Kopenhagen begann für sie schließlich die Schriftstellerkarriere.

Ein Mädchen liest in einem Pippi Langstrumpf-Buch.
Pippi Langstrumpf wird nicht nur hierzulande verschlungen.

Kinder lieben Astrid Lindgren - bei Erwachsenen hingegen kommt sie nicht immer an. Pädagogen befürchteten, die freche Pippi Langstrumpf könne Kindern ein schlechtes Vorbild sein und Schaden anrichten. In Frankreich erschien 1951 eine Fassung, in der viele "provozierende" und "anarchistische" Stellen zensiert waren; erst 1995 durften französische Kinder die wirkliche Pippi lesen. Astrid Lindgren verstirbt mit 94 Jahren in ihrer Wohnung in Stockholm. Eine Virus-Infektion beendete im Januar 2002 das Leben der großen Schriftstellerin. Am Tag ihrer Trauerfeier füllen sich Stockholms Straßen mit Hundertausenden Fans.

Zuletzt aktualisiert: 27. Januar 2012, 22:52 Uhr


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