Rettungskräfte am Mont Blanc
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Zwei deutsche Bergsteiger erfroren Drama am Mont Blanc

BRISANT | 10.08.2017 | 17:15 Uhr

Sie wollten das französische Mont-Blanc-Massiv besteigen, wurden aber von einem schweren Unwetter überrascht: Zwei deutsche Bergsteiger sind in den französischen Alpen ums Leben gekommen.

Rettungskräfte am Mont Blanc
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Zwei Bergsteiger aus Lahr in Baden-Württemberg haben in Gipfelnähe den Kampf gegen den Mont Blanc, den Giganten der Alpen, verloren. Die Hochgebirgs-Gendarmerie im französischen Chamonix erklärte, die beiden etwa 40 Jahre alten Deutschen seien an Unterkühlung gestorben. Am Mittwoch wurden ihre Leichen geborgen. Der genaue Todeszeitpunkt ist unklar.

Eine der anspruchsvollsten Routen der Alpen gewählt

Die beiden Männer sind am frühen Montagmorgen gegen 2:00 Uhr von einer Schutzhütte aus aufgebrochen, um den 4.248 Meter hohen Gipfel zu erklimmen. Als Route haben sie den sogenannten Teufelsgrat gewählt, der unter Kennern als eine sehr schwere und anspruchsvolle Route gilt. Zuletzt sind sie am Montagnachmittag gegen 14:00 Uhr von anderen Bergsteigern gesehen worden.

Not-Biwak hielt dem extremen Wetterumschwung nicht stand

Beim Start hatten die Bergsteiger noch gute Wetterbedingungen. Erst am Abend hat sich das Wetter offenbar stark verschlechtert. Laut französischem Wetterbericht herrschte am Montagabend Sturm mit Windgeschwindigkeiten bis zu 120 Kilometern pro Stunde. Vermutlich haben die beiden deshalb ihre Tour unterbrochen und ein Not-Biwak aufgebaut haben. Das bedeutet aber nicht Zelt, sondern höchstens ein Biwak-Sack als Minimalschutz gegen Nässe und Kälte.

Zwei Wanderer am Mont Blanc bei Chamonix
Majestätisch, gewaltig - und gefährlich: Der Mont Blanc ist mit 4.810 Metern Höhe der höchste Berg der Alpen. (Archivbild) Bildrechte: IMAGO

Angehörige alarmierten Bergrettung

Einen Hilferuf haben die beiden entweder nicht abgesetzt oder er ist nicht angekommen. Die französische Bergrettung wurde jedenfalls erst einen Tag später von den Angehörigen in Deutschland alarmiert, als diese nach der geplanten Gipfelbesteigung keinen Kontakt zu den beiden herstellen konnten. Mittwochfrüh entdeckte die Bergrettung die beiden dann in 4.200 Meter Höhe – gestorben an den Folgen von Unterkühlung.

Stichwort: Teufelsgrat Laut Deutschem Alpenverein in München zählt der Teufelsgrat zu den anspruchsvollsten Routen der Alpen überhaupt. Drei Aspekte tragen dazu bei: Erstens: die Höhe. Man bewegt sich permanent auf etwa 4.000 Metern Höhe, was eine gute Kondition erfordert. Dann ist dort die Orientierung offenbar sehr schwierig. Das Gebiet ist bekannt für sogenannte "Verhauer" - für Wege, die sich am Ende als Sackgasse herausstellt. Gelangt man in eine solche, muss man umkehren, was dann zu hohen Zeitverlusten führt. Schließlich ist die Tour extrem lang. Selbst bei gutem Wetter dauert sie zehn bis 15 Stunden.

Zuletzt aktualisiert: 10. August 2017, 20:14 Uhr