Nach Blutbad in Las Vegas US-Präsident Trump offen für neue Waffen-Beschränkungen

BRISANT | 06.10.2017 | 17:15 Uhr

US-Präsident Donald Trump erwägt nach dem Massenmord von Las Vegas ein Verbot von Schnellfeuer-Vorrichtungen, die halbautomatische Waffen fast so schnell schießen lassen wie Maschinengewehre. "Wir werden das in der nächsten, kurzen Zeit prüfen", sagte er CNN zufolge.

Waffenlobby für Beschränkungen

Zuvor hatte sich sogar die einflussreiche Waffenlobby NRA dafür ausgesprochen, die Vorrichtung, die Waffenbesitzer selbst anbauen können, mit "zusätzlichen Beschränkungen" zu belegen. Der Todesschütze, der in Las Vegas 58 Menschen tötete, verwendete die sogenannten Bump Stocks.

Die "National Rifle Association" ist in der Vergangenheit stets gegen jegliche Beschränkungen des persönlichen Waffenbesitzes eingetreten. Trump hatte dabei seine Unterstützung zugesichert: "Ihr seid meine Freunde, das könnt ihr mir glauben", hatte er Ende April als Redner auf einem Kongress der Waffenlobby gesagt. "Ihr habt euch für mich eingesetzt, ich werde mich für euch einsetzen."

Donald Trump
US-Präsident Donald Trump Bildrechte: dpa

Kritiker fordern strengeres Waffenrecht

Kritiker werfen der NRA deshalb vor, sich nur für Beschränkungen der Bump Stocks offen zu zeigen, um eine grundlegendere Verschärfung des Waffenrechts zu verhindern. Der erteilte die Lobby in ihrer Mitteilung nach der Bluttat entsprechend eine Absage. Auch Trumps Sprecherin Sarah Sanders sagte, für eine Debatte über ein generell schärferes Waffenrecht sei es noch zu früh. Man wisse noch zu wenig über die Tat.

Kongressmitglieder hatten sich offen für ein Verbot der Umbauvorrichtung gezeigt. Nach Angaben der Ermittler hat der Attentäter von Las Vegas in der Nacht zum Montag eine der frei erhältlichen und legalen Umbauvorrichtungen benutzt. Er konnte so bis zu 900 Schuss pro Minute abgeben. Er tötete mindestens 58 Menschen und sich selbst. Die Suche nach einem Motiv dauert an.

Non Violence-Skulptur von Carl Fredrik Reuterswärd vor dem UNO-Hauptquartier in New York.
Non Violence-Skulptur vor dem UNO-Hauptquartier in New York. Bildrechte: dpa

ten/dpa

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 06. Oktober 2017 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Oktober 2017, 18:05 Uhr