Eine Frau kniet neben einem jungen Mann, der leblos auf der Straße liegt, und führt eine Herzdruckmassage durch.
Als Zeuge eines Unfalls ist man rechtlich verpflichtet, Hilfe zu leisten! Bildrechte: colourbox

Tipps zum richtigen Handeln Zeuge eines Unfalls? Das ist als Ersthelfer zu tun!

Eine Frau kniet neben einem jungen Mann, der leblos auf der Straße liegt, und führt eine Herzdruckmassage durch.
Als Zeuge eines Unfalls ist man rechtlich verpflichtet, Hilfe zu leisten! Bildrechte: colourbox

Wird man Zeuge eines Unfalls, ist man rechtlich verpflichtet, Hilfe zu leisten. Doch in einer so aufregenden Situation ist es gar nicht so einfach, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Ein kleiner Überblick, was man als Ersthelfer beachten sollte.

Wer nicht hilft, macht sich strafbar

Was viele nämlich gar nicht wissen: Wird man Zeuge eines Unfalles, hat man die rechtliche Pflicht anzuhalten und als Ersthelfer zu agieren. Tut man das nicht, macht man sich wegen unterlassener Hilfeleistung strafbar, wie Joachim Albrecht betont, der Pressesprecher des Polizeireviers Börde. Das Strafgesetzbuch droht in diesem Fall nicht nur mit Geldbuße, sondern auch mit einer Freiheitsstraße von bis zu einem Jahr.

Tipps zum richtigen Helfenein kleiner Leitfaden

Ein Mann in Warnweste hat sein Auto auf dem Stadstreifen abgestellt und telefoniert an einer Notrufsäule. im Vordergrund steht ein Warndreieck.
An der Unfallstelle sollten Warndreiecke aufgestellt werden. Bildrechte: IMAGO

Schritt 1: Anhalten und sich einen Überblick über die Situation verschaffen
Auch wenn im ersten Moment keine Verletzten zu sehen sind, heißt dies nicht, dass keine Hilfe gebraucht wird.

Schritt 2: Den Unfallort sichern
Um sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden, weist das Deutsche Rote Kreuz (DRK) darauf hin, wie wichtig die Absicherung der Unfallstelle ist. Dafür sollte man sich eine Warnweste anziehen und in sicherem Abstand zum Unfallort ein Warndreieck aufstellen.

Schritt 3: Den Notruf alarmieren
Bei schweren Unfällen müssen die Polizei und ein Notarzt gerufen werden. Dabei sollte man die relevanten "W-Fragen" beantworten:
WO ist der Unfall passiert?
WAS genau ist passiert?
WIE viele Verletzte gibt es?
WELCHE Verletzungen haben sie?
WARTEN, ob die Einsatzkräfte noch weitere Fragen haben.

Schritt 4: Verletzten helfen
Bis die Einsatzkräfte am Unfallort eingetroffen sind, gilt es nun Erste-Hilfe für die Verletzten zu leisten.

Dabei ist aber immer zu beachten: Man ist zwar dazu verpflichtet, bei Unfällen zu helfen – Rettungsdienste zu alarmieren ist immer möglich – aber die Hilfe sollte immer in einem verhältnismäßigen Rahmen geleistet werden. Das DRK rät daher auch, sich selbst und seine Gesundheit dabei nicht in Gefahr zu bringen.

Erste Hilfe
Wenn der Verletzte nicht mehr atmet, sollte man eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durchführen. Bildrechte: Colourbox.de

Wie umgehen mit Verletzten?

Wenn Personen durch den Unfall verletzt wurden, sollte man ihnen bis zum Eintreffen der Rettungsdienste helfen. Auch hierfür hat das DRK einige Tipps parat.

Schritt 1: Bewusstseinszustand der Personen prüfen
Wenn der Verletzte ansprechbar ist, rät das DRK dazu, seinen eigenen Namen zu nennen und der Person zu erklären, was man vorhat.

Schritt 2: Verletzte aus Gefahrenzone bringen
Die verletzte Person sollte mit Hilfe des Rettungsgriffes an einen sicheren Ort gebracht werden. Hier können nun, wenn nötig, Erste-Hilfe-Maßnahmen vorgenommen werden.

Schritt 3: Stabile Seitenlage / Herz-Lungen-Wiederbelebung
Ist der Verletzte nicht mehr bei Bewusstsein, aber atmet noch, dann sollte die Person in die Stabile Seitenlage gebracht werden. Hat die die Atmung ausgesetzt, dann rät das DRK umgehend mit einer Herz-Lungen-Wiederbelebung zu beginnen. Diese sollte dann bis zum Eintreffen der Rettungsdienste fortgeführt werden.

Auch bei diesen Hilfeleistungen gilt es, auf seine eigene Sicherheit zu achten. Wenn möglich, sollten andere, anwesende Personen direkt um Mithilfe gebeten werden.

Zuletzt aktualisiert: 21. September 2017, 16:10 Uhr