66 Festnahmen in ganz Europa Hintermänner des Pferdefleisch-Skandals gefasst

BRISANT | 17.07.2017 | 17:15 Uhr

Der Pferdefleisch-Skandal erschütterte 2013 Europa. Auch Deutschland war betroffen, hier wurde Tiefkühl-Lasagne zurückgerufen. Ermittler haben jetzt ein Netzwerk von Betrügern zerschlagen.

Niederländer als Kopf des Netzwerks

Europäische Ermittler haben einen internationalen Ring von Fleischbetrügern zerschlagen und insgesamt 66 Verdächtige festgenommen. Die Bande soll für den großen europäischen Pferdefleisch-Skandal von 2013 verantwortlich sein, teilte Europol mit. Das kriminelle Netzwerk soll billiges Pferdefleisch als teures Rindfleisch deklariert und verkauft haben. Das Fleisch war nicht für menschlichen Verzehr geeignet und zum Teil mit Medikamenten behandelt.

Der Kopf der Bande soll ein niederländischer Fleischhändler sein, wie Europol mitteilte. Er wurde in Belgien festgenommen. Den Verdächtigen wird unter anderem Betrug, Dokumentenfälschung und Verbrechen gegen die Gesundheit der Bevölkerung vorgeworfen.

Europol-Zentrale in den Haag Niederlande
Bildrechte: dpa

Falsch deklariertes Fleisch

Der Skandal war 2013 ans Licht gekommen, als in Irland Pferdefleisch in Hamburgern entdeckt worden war. Danach wurde auch in anderen europäischen Ländern Pferdefleisch in Mahlzeiten gefunden, obwohl auf deren Etiketten von Rindfleisch die Rede war. Deutschland war ebenfalls betroffen, hier wurde etwa Tiefkühl-Lasagne mit Anteilen von Pferdefleisch zurückgerufen.

Im Sommer 2016 hatten die spanischen Umweltbehörden Unregelmäßigkeiten beim Handel mit Pferdefleisch festgestellt. Fleisch war falsch ausgezeichnet und exportiert worden. Die Ermittler kamen dem niederländischen Großhändler auf die Spur, der das betrügerische Netzwerk aus dem spanischen Badeort Calp bei Alicante leitete, wie Europol mitteilte. An der Operation waren Ermittler in acht Ländern beteiligt. Es seien mehrere Bankkonten, Immobilien und Luxusautos beschlagnahmt worden.

ten/dpa

Zuletzt aktualisiert: 17. Juli 2017, 17:55 Uhr