Studentin zu zwölfeinhalb Jahren Haft veruteilt Freund beim Sex mit Kreissäge getötet

BRISANT | 19.05.2017 | 17:15 Uhr

Ein Paar beim Sexspiel, eine Kreissäge und am Ende ein Toter: Was sich liest wie die Idee für einen Splatterfilm, wurde grausame Realität. Das Opfer: ein Mann. Die Täterin: seine Freundin. Die Frau wurde nun verurteilt.

Die wegen Mordes angeklagte Gabriele P. (M) wird am 13.02.2017 von Polizisten in einen Saal im Landgericht in München (Bayern) geführt.
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Zwölfeinhalb Jahre muss Gabriele P. ins Gefängnis. Das Landgericht München I verurteilte die 32-jährige Frau wegen Totschlags an ihrem Freund. Bei einem bizarren Sexspiel hatte die Studentin ihren hilflosen, ans Bett gefesselten Lebensgefährten mit einer Kreissäge umgebracht. Nach Meinung der Richter sei die Tat aber kein Mord.

Heimtücke oder niedrige Beweggründe nicht nachweisbar

"Die Tötung ist skurril und bizarr und erfüllt die Voraussetzungen eines Horrorszenarios", sagte der Vorsitzende Richter Michael Höhne. Dass die Frau ihren körperlich kräftigeren Lebensgefährten aber bewusst und heimtückisch in diese wehrlose Situation gebracht hatte, dafür gab es Urteil im Prozess keine Beweise. Das Gericht ging deshalb davon aus, dass der Verurteilten erst nach der Fesselung die Idee kam, den Mann umzubringen. Das schließe ein heimtückisches Vorgehen aus, sagte Höhne.

Neuer Freund fand einige Monate später die Leiche

Nach der Tat ließ die 32-Jährige den Toten liegen und sperrte das Dachgeschoss ab. Der Verwesungsgeruch fiel ihren Mitbewohnern nicht auf, weil es ohnehin nach Kleintieren, Moder und Dreck stank. Erst ihr neuer Freund fand einige Monate später die Leiche. Mit einem Helfer begruben die beiden die sterblichen Überreste im Garten, die erst Anfang 2016 nach einem Hinweis an die Polizei entdeckt wurden. Die Männer wurden im September 2016 wegen Strafvereitelung verurteilt, legten aber Berufung ein.

Die Geschehnisse hatte die Frau gestanden. "Die Frage nach dem ‚Warum‘ steht aber nach wie vor offen im Raum", sagte Höhne. Der kleinste gemeinsame Nenner sei wohl ihre Unzufriedenheit mit der Beziehung gewesen und der feste Wille, nachhaltig etwas zu ändern.

Zuletzt aktualisiert: 19. Mai 2017, 21:09 Uhr