Randalierer bei Brandblockade im Schanzenviertel Hamburg
Der "Schwarze Block" verwüstete Anfang Juli in Hamburg ganze Straßen. Hunderte Polizisten wurden verletzt. Bildrechte: IMAGO

Durchsuchungen in der linken Szene Bundesweite Razzia nach G20-Krawallen

BRISANT | 05.12.2017 | 17:15 Uhr

Nach den Ausschreitungen beim G20-Gipfel in Hamburg hat die Polizei die linke Szene im Visier. Am Dienstag wurden in acht Bundesländern Wohnungen und Stadtteilzentren durchsucht, unter anderem in Sachsen-Anhalt.

Randalierer bei Brandblockade im Schanzenviertel Hamburg
Der "Schwarze Block" verwüstete Anfang Juli in Hamburg ganze Straßen. Hunderte Polizisten wurden verletzt. Bildrechte: IMAGO

Nach den Krawallen beim G20-Gipfel im Sommer in Hamburg hat die Polizei am Dienstagmorgen eine bundesweite Razzia durchgeführt. Wie die Hamburger Polizei mitteilte, wurden 23 Wohnungen in acht Bundesländern durchsucht. Von der Razzia betroffen waren auch zwei linke Stadtteilzentren in Göttingen und Stuttgart. Der Leiter der Soko "Schwarzer Block", Jan Hieber, betonte, die Einsätze hätten sich nicht gegen die Projekte gerichtet, sondern gegen Beschuldigte, die dort wohnten.

Mehrere Dutzend Computer, Handys und Speichermedien sichergestellt

Im Visier der Durchsuchungen standen 22 Beschuldigte. Bei dem Einsatz wurden mehrere Dutzend Computer, Handys und Speichermedien wie USB-Sticks beschlagnahmt. Ziel war es, weitere Beweise zu sichern. Festnahmen gab es laut Hieber nicht. Insgesamt waren fast 600 Polizisten in Hamburg, Berlin, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg im Einsatz.

Soko-Leiter Hieber sagte, für die Ermittler stehe fest, dass der Angriff auf Polizisten am 7. Juli in der Straße Rondenbarg geplant worden sei. Die Angreifer hatten Beamte mit Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen. Die Polizei kennt inzwischen 75 Beschuldigte namentlich, 26 mutmaßliche Täter sind noch unbekannt. Ein Italiener muss sich wegen des Angriffs bereits vor Gericht verantworten.

Haftstrafe für Randalierer

Bei dem G20-Gipfel Anfang Juli waren mehr als 20.000 Polizisten im Einsatz. Dennoch kam es zu massiven Ausschreitungen. Vermummte aus dem sogenannten "Schwarzen Block" lieferten sich drei Tage lang schwere Straßenschlachten mit der Polizei, zündeten Autos an und plünderten Läden. Hunderte Polizisten und eine unbekannte Zahl von Demonstranten wurden verletzt. Inzwischen wurden mehrere Randalierer verurteilt.

Am Dienstag wurde ein weiteres Urteil gefällt. Das Amtsgericht Hamburg verurteilte einen 30-Jährigen zu drei Jahren und drei Monaten Haft. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann Polizisten mit Steinen und Falschen beworfen und sich an der Zerstörung von Geschäften und einer Bank beteiligt hatte.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 05. Dezember 2017 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Dezember 2017, 22:41 Uhr

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