Zwei Tote und fünf Verletzte : Tragisches Unglück in Hamm
Brisant | 09.02.2012 | 17:15 Uhr
Eine defekte Heizung war es wohl, die im westfälischen Hamm zu einem Unglück in einer Großfamilie führte: Zwei junge Männer starben, die anderen fünf Familienmitglieder kamen mit schweren Vergiftungen ins Krankenhaus. Offenbar war seit Tagen tödliches Kohlenmonoxid ausgeströmt.
In Hamm-Bockum-Hövel sind zwei junge Männer im Alter von 18 und 20 Jahren ums Leben gekommen. Ihre Eltern sowie drei Geschwister überlebten das Unglück verletzt. Sie wurden mit einem Hubschrauber in eine Spezialklinik geflogen. Die Polizei geht davon aus, dass eine defekte Heizung die Familienmitglieder im Alter zwischen sieben und 57 Jahren vergiftete. Um die genaue Todesursache festzustellen, ordnete die Staatsanwaltschaft Dortmund eine Obduktion der Leichen an. Für ein Fremdverschulden lägen keine Anzeichen vor, hieß es in einer Erklärung der Polizei.
Retter im Krankenhaus behandelt
Ein Schulfreund von einem der Jungen verhinderte ein noch größeres Unglück: Er hatte nach seinem Freund geschaut, der schon seit drei Tagen nicht mehr in der Schule war. Dieser soll am Telefon geklagt haben, dass es ihm nicht gut gehe, erklärte die Polizei. Als der 18-Jährige in das beleuchtete Haus schaute, entdeckte er zwei leblose Körper und rief die Polizei. Die Retter brachen sofort die Tür auf und kümmerten sich um die Familie. Mehrere Polizisten und Feuerwehrmänner kamen nach der Rettungsaktion selbst mit Kohlenmonoxidvergiftungen ins Krankenhaus. Mittlerweile konnten aber alle wieder entlassen werden.
Möglicherweise über Tage Gas ausgeströmt
Alles deutet darauf hin, dass sich das Unglück über Tage zusammenbraute. "Es kann durchaus sein, dass schon vor Tagen Kohlenmonoxid entwichen ist", sagte Feuerwehrsprecher Lothar Robers. Wenn man Kohlenmonoxid einatme, komme es am Anfang zu Gleichgewichtsstörungen, dann zu Kopfschmerzen. Wenn die Konzentration zunehme, könne es zu Bewusstlosigkeit oder zum Tod führen. Weil das Gas geruchlos ist, werde es nicht bemerkt. Möglicherweise hatten die Familienmitglieder nicht mitbekommen, dass andere mit dem Tod ringen. Die Retter fanden sie im Haus verteilt.

