Schwerer Unfall bei Köthen : ICE rast in Auto - ein Toter
Brisant | 05.10.2012 | 17:15 Uhr
Beim Zusammenstoß eines ICE mit einem Auto ist bei Köthen in Sachsen-Anhalt ein Mensch ums Leben gekommen. Vermutlich überfuhr der Mann eine Schranke und wurde von dem Zug erfasst. Die 200 ICE-Reisenden blieben unverletzt.
Ein ICE ist am Freitag bei Köthen mit einem Auto zusammengestoßen. Nach Angaben der Bundespolizei kollidierte der Schnellzug am Morgen an einem Bahnübergang in Dornbock mit dem Pkw. Dabei wurde der Fahrer getötet. Seine Identität war zunächst noch unklar.
Pkw-Fahrer ignorierte vermutlich Halbschranke
Wie die Polizei weiter mitteilte, hatte der Fahrer des Opel Corsa gegen sieben Uhr an dem Bahnübergang vermutlich eine Halbschranke umfahren und war daraufhin mit dem ICE zusammengeprallt. Das Auto wurde von dem Schnellzug, der mit rund 160 Stundenkilometer unterwegs war, rund 200 Meter mitgeschleift. Der Autofahrer habe keine Chance gehabt, erklärte ein Sprecher. Durch die Wucht des Aufpralls geriet der Pkw unter den ICE und verkeilte sich dort. Im Laufe des Tages wurde der Zug angehoben und das Wrack geborgen.
Zugreisende offenbar unverletzt
In dem Zug, der von Magdeburg nach Dresden unterwegs war, befanden sich etwa 200 Reisende. Bei dem Unfall blieben sie unverletzt. Sie mussten den ICE verlassen und ihre Fahrt mit einem anderen Zug fortsetzen. In Sachsendorf, das wenige Kilometer von Dornbock entfernt liegt, stiegen die Reisenden in Busse und wurden weiter nach Halle und Leipzig gefahren.
Für den Nahverkehr wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet, der Fernverkehr wurde vorubergehend über Dessau umgeleitet. Am Nachmittag konnte die Strecke wieder freigegeben werden.
Auswirkungen auf sächsischen Bahnverkehr
Das Zugunglück hatte nach Informationen des MDR SACHSENSPIEGEL auch Auswirkungen auf den Bahnverkehr in Sachsen. Nach Angaben der Deutschen Bahn kam es demnach am Leipziger Hauptbahnhof zu größeren Verspätungen im Fernverkehr. Zum Teil fielen Anschlusszüge ganz aus. Reisende mussten sich auf längere Warte- und Fahrzeiten einstellen. Ab dem Nachmittag hatte sich die Situation wieder entspannt.
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