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Internationale Funkausstellung 2012 : Smarte Trends auf der IFA

Brisant | 31.08.2012 | 17:15 Uhr

Die Internationale Funkausstellung (IFA) in Berlin öffnet heute für Besucher. Rund 1.450 Aussteller zeigen ihre neuesten Entwicklungen im Bereich Unterhaltungselektronik und Hausgeräte.

Besucher auf der Internationalen Funkausstellung

Mehr als 230.000 Besucher erwartet

Im vergangenen Jahr hatten sich rund 238.000 Besucher auf einer Fläche von 140.200 Quadratmetern umgesehen, 2012 hoffen die Organisatoren auf noch mehr. Gerade bei den ausländischen Fachbesuchern rechnete IFA-Direktor Jens Heithecker mit einem kräftigen Zuwachs. Für den Handel ist die IFA vor allem für das Weihnachtsgeschäft wichtig. Auf der Messe wird die Ware bestellt, die unter den deutschen Tannenbäumen landen soll. Im letzten Jahr belief sich die geschätzte Auftragssumme auf 3,7 Milliarden Euro.

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Besucherandrang zur IFA-Eröffnung

Dabei stehen auch in diesem Jahr alle Zeichen auf 'smart'. Ganz wie beim Mobiltelefon setzen inzwischen sämtliche Fernsehgerätehersteller auf die Verbindung zum Internet. Nach Angaben des Vizepräsidenten des Elektronikfachverbands ZVEI, Hans-Joachim Kamp, gibt es unter den Top-Modellen kaum mehr ein Gerät, das nicht netzfähig ist. Kamp erklärte, nach langer Begriffsverwirrung habe sich die Branche nun analog zum Smartphone auf den Namen Smart-TV geeinigt. Grund sei, dass Begriffe wie Hybridfernsehen und HbbTV in der Bevölkerung kaum bekannt seien.

Smart-TV ermöglicht dem Verbraucher direkten Zugriff auf Online-Videotheken, Mediatheken und Partner-Webseiten wie die Video-Plattform Youtube oder das soziale Netzwerk Facebook - alles vom Fernseher aus. Häufig können Smartphone und Tablet-PC vernetzt und als Fernbedienung genutzt werden. Außerdem lässt sich das laufende Fernsehprogramm inzwischen nahtlos am Smartphone und Tablet weiterverfolgen.

Displays jetzt noch schärfer

Bei der IFA werden außerdem große Fernsehgeräte mit der neuen Display-Technologie OLED (Organic Light-Emitting Diode) vorgestellt. Das selbstleuchtende, organische Material ist teuer und wurde bislang meist für Handy-Displays verwendet. Jetzt gibt es OLED erstmals in einem 55-Zoll-Bildschirm. Es ermöglicht deutlich bessere Kontraste und kann, anders als LCD- (Liquid Crystal) Displays, richtiges Schwarz wiedergeben. Eine größere Bildwiederholrate zeigt schnelle Bewegungen schärfer. Außerdem ist der Blickwinkel im Vergleich zu LCD größer. Hierdurch hat man auch ein verzerrungsfreies Bild, wenn man seitlich vorm Fernseher sitzt. Die Displays sind teilweise nur noch vier Millimeter dick.

Das smarte Handy

Bei den Smartphones hat es bereits am Donnerstag eine kleine Überraschung gegeben. Das südkoreanische Unternehmen Samsung hat ein Smartphone mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows 8 vorgestellt. Dieses Betriebssystem ist voraussichtlich ab Ende Oktober im Handel erhältlich. Es war lange darüber spekuliert worden, welche Hersteller das Betriebssystem verwenden würden. Mit der Präsentation kamen die Südkoreaner vor allem Nokia in die Quere. Das finnische Unternehmen ist offizieller Partner von Microsoft und hatte schon Einladungen für eine Präsentation seines Handy-Modells mit Windows 8 in New York verschickt - für den 5. September. Auch HTC und Huawei wollen Windows 8 verwenden. Wann das Samsung-Smartphone mit dem neuen Betriebssystem auf den Markt kommt, ist aber noch nicht bekannt.

Das smarte Auto

Auch die Autobauer wollen beim Smart-Trend mitmischen. So ist Ford in diesem Jahr wieder auf der IFA vertreten. Die Branche will die Verbindung zum Internet künftig zum Beispiel dafür nutzen, dass das Auto die aktuelle Strecke so berechnen kann, dass Staus und Baustellen umfahren werden. Musik auf dem Smartphone soll aus dem Autoradio erklingen.

Die smarte Waschmaschine

Die Hausgerätehersteller arbeiten ebenfalls daran, das Internet stärker für ihre Produkte zu nutzen. So präsentieren sie seit einigen Jahren ihre Vision von einer digitalen Vernetzung der Hausgeräte. Intelligente Stromzähler erkennen zum Beispiel, wann der Strom am billigsten ist, und die Waschmaschine schaltet sich zu dieser Zeit automatisch ein. Überhaupt sind und bleiben Geräte gefragt, die Strom und Wasser sparen. Branchensprecher und Miele-Chef Rainer Zinkmann zufolge greifen die Verbraucher weiterhin gern zu sparsamen Geräten - auch wenn sie in der Anschaffung teurer sind.

Ultrabook soll Notebook ablösen

Weil die klassischen Laptops nicht mehr so gute Umsätze erzielen, schicken die großen PC-Hersteller das Ultrabook ins Rennen. Diese Rechner sind eine Mischung aus Notebook und Tablet. Sie verfügen über Bildschirm und Tastatur, lassen sich aber auch über den Touchscreen bedienen. Die Tastatur kann abgekoppelt oder versteckt werden. Auf der IFA wird erstmals ein Ultrabook im Format 21:9 vorgestellt. Das breite Format soll sich optimal für das Betriebssystem Windows 8 eignen, welches Ende Oktober auf den Markt kommt.

Zuletzt aktualisiert: 31. August 2012, 10:56 Uhr

Die IFA 2012: 31.8. bis 5.9.

Öffnungszeiten: tgl. 10:00 bis 18:00 Uhr

Eintrittspreise:
Tageskarte 15 Euro, ermäßigt 11 Euro; Schülerticket 6,50 Euro; Schulklassenticket 35 Euro;
Familienticket (zwei Erwachsene, drei Kinder) 31 Euro;
Happy-Hour-Ticket (ab 14:00 Uhr) 9 Euro