Wirbelsturm in der Karibik Hurrikan "Irma" spannt die Muskel an

BRISANT | 06.09.2017 | 17:15 Uhr

Hurrikan "Irma" hat die Karibik erreicht und hält Bewohner und Besucher der Inseln in Atem. Die Ausmaße des stärksten bisher über dem Atlantik gemessenen Hurrikans sind noch nicht bekannt, da warnt das US-Hurrikanzentrum in Miami bereits vor dem nächsten schweren Unwetter für die Region. Der Tropensturm "José" könne sich ebenfalls zu einem Hurrikan entwickeln, heißt es.

"José" im Schlepptau von "Irma"?

Hurrikan "Irma" hat die Karibik erreicht und hält Bewohner und Besucher der Inseln in Atem. Die Auswirkungen des stärksten bisher über dem Atlantik gemessene Hurrikans sind noch nicht absehbar, da warnt das US-Hurrikanzentrum in Miami bereits vor dem nächsten schweren Unwetter für die Region. Der Tropensturm "José" könne sich ebenfalls zu einem Hurrikan entwicklen, heißt es.

Das Zentrum "Irmas" überquerte am Mittwochmittag nach Angaben französischer Meteorologen die zu Frankreich und den Niederlanden gehörenden Inseln Saint-Barthélémy und Saint-Martin. Für die Inseln hatte Frankreich die höchste Alarmstufe ausgerufen. Einwohner sollten ihre Häuser oder Wohnungen nicht verlassen, twitterte das Innenministerium in Paris. Es sei unter Androhung von Strafen verboten, zu Fuß oder mit dem Auto unterwegs zu sein. Über Schäden ist bislang nichts bekannt.

Drei Männer schieben ein Auto von einer überschwemmten Straße.
Heftige Regenfälle kündigen "Irma" bereits an. Bildrechte: dpa

Erster Landkontakt auf Karibikinsel Barbuda

Erstmals traf "Irma" am frühen Mittwochmorgen mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 255 Kilometern in der Stunde bei der kleinen Karibikinsel Barbuda auf Land. Der Sturm riss dort Dächer von den Häusern, wie der "Antigua Chronicle" auf Facebook berichtete. Direkt nach dem Durchzug des Hurrikans sollten Hilfslieferungen auf den Inseln eintreffen. In Venezuela und Miami würden jeweils zwei Flugzeuge mit Hilfsgütern auf Abruf bereitstehen, sagte der Premierminister von Antigua und Barbuda.

"Irma" bewegt sich mit etwa 24 Kilometern pro Stunde in Richtung Nordwesten. Als nächstes droht der Sturm auf den Inselstaat St. Kitts und Nevis zuzusteuern. Behörden in der gesamten Karibik bereiteten sich auf "Irma" vor. In Puerto Rico wurde der Notstand ausgerufen und die Nationalgarde aktiviert. Die Küstenregionen wurden evakuiert. Die Behörden richteten 456 Notunterkünfte für mehr als 63.000 Menschen ein. Die niederländische Regierung schickte rund 100 Soldaten auf die Inseln Sint Maarten, Sint Eustatius und Saba.

Mann mit Regenschirm, im Hintergrund windgepeitschte Palmen
Unwetter in Puerto Rico Bildrechte: imago/Agencia EFE

Florida wappnet sich für "desatrösen" Sturm

Auf seinem Zug könnte der Sturm auch die Dominikanische Republik, Kuba, Haiti und die Bahamas bedrohen. Die Regierung der Bahamas ordnete die Evakuierung mehrerer Inseln im Süden der Inselkette an. Als immer wahrscheinlicher gilt zudem, dass "Irma" auf Florida treffen könnte. Meteorologen betrachten den Zeitraum von Freitagabend bis Montag als kritisch. In den USA wurden Touristen bereits aufgefordert, die Südwestspitze Floridas einschließlich der Florida-Keys-Inseln zu verlassen.

"Irma" ist ein Hurrikan der höchsten Stufe 5. "Bei einer solchen Geschwindigkeit könnten Sie im Grunde nicht mal mehr atmen, wenn Sie im Wind stehen - Sie würden eh wegfliegen", erklärte Wetterexperte Tobias Schaaf vom Deutschen Wetterdienst. Bei solchen Geschwindigkeiten fliegt nicht nur das Dach, sondern das ganze Haus weg. "Es ist desaströs."

Ein Mann sichert in Lake Worth die Fenster seines Geschäftes mit Holzplatten
Florida wappnet sich für "Irma" Bildrechte: dpa

ten/dpa

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 06. September 2017 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. September 2017, 18:36 Uhr